Bienenstock in Gottes Garten

Seit einiger Zeit haben wir ganz besondere Gäste in unserem Klostergarten über den Dächern Triers: Bienen! Einen echten Bienenstock! Sie gehören Herrn L. Schömann, einem guten Bekannten unseres Klosters, der sie vor einiger Zeit auf unsrem Gelände aufgestellt hat und versorgt. Den guten Honig seiner Bienen durften wir auch schon verkosten und sind schon gespannt auf den nächsten Honig, der dann aus den Blüten unseres Geländes stammen wird. Wir freuen uns, auf diese Weise einen kleinen Beitrag zu leisten zum Gleichgewicht der Natur. Für uns ist das auch eine Art von Gotteslob…

Wussten Sie, dass Bienen in der Heiligen Schrift mehrmals vorkommen? Einmal, als Honigspenderinnen, in einer der Simson-Erzählungen (Ri 14,8), einmal – bildlich zu verstehen – in einer Prophezeiung (Jes 7,18), zweimal im Schwarm als Bild für Verfolgung (Dtn 1,44 und Ps 118,12) und schließlich kommt einmal der „Bienenfresser“ vor, ein wunderschöner bunter Vogel, der den Israeliten verboten war zu essen (Dtn 14,16). Und natürlich sind die Bienen auch mit dabei, wenn alle Tiere und die ganze Natur aufgefordert werden, mit uns zusammen den Schöpfer zu preisen – ein urbiblisches Tun!

Wir schließen nicht nur alle Menschen, sondern die ganze Schöpfung, die in unseren Tagen so gefährdet ist, in unser Gotteslob mit ein. Wer Gott lobt, kann nicht anders, als auch die Natur nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen – allerdings nicht gegen den Menschen. Nicht nur, weil er auch zu ihr gehört, sondern weil er in ihr eine besondere Rolle spielt, als „Bild Gottes“, wie die Bibel Frau und Mann nennt (vgl. Gen 1,27). Das Wort „Füllt die Erde und unterwerft sie“ (Gen 1,28) ist kein Freibrief zum Ausbeuten, sondern heißt einfach: „Nehmt Platz und bedient euch! Nehmt, was ihr braucht! Seid kreativ und lasst es euch gut gehen in meiner Schöpfung, die ich euch bereitet habe!“

Wenn wir zu einem Gast sagen: „Nimm Platz und bediene dich“, wird unser Gast in der Regel nicht sofort über alles herfallen und es verschlingen, sondern er wird es bewundern und bedachtsam verkosten und den Gastgeber loben. Und alle, die am Tisch sitzen, haben Gemeinschaft miteinander. Das könnte uns in Zeiten des Klimawandels Ansporn sein… Der Klimaschutz könnte gelingen, wenn wir es lernen, Gemeinschaft miteinander zu haben – global. Nichts fordert uns zur Zeit global so sehr heraus wie der Klimawandel.  

Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn,
lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Bienen und Blüten,
lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

nach Dan 3,51-90

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