Gegenseitige Anteilnahme

Auf dem Kreuzweg, so wie er seit Jahrhunderten nachgegangen und betrachtet wird, finden wir nicht nur die Stationen mit den drei Stürzen Jesu, die sich ins fromme Gedächtnis der Christen eingebrannt haben, sondern auch drei Begegnungen auf dem Weg, die Jesus selber viel bedeutet haben dürften. Es ist wohl nicht übertrieben, diese Begegnungen auch als drei „Aufrichtungen“ zu deuten, als Zeichen menschlicher Nähe und Ermutigung, die ihn wieder aufrichteten. Man darf ja nicht vergessen, dass der Trost vom himmlischen Vater für Jesus in diesen letzten Stunden seines Lebens nicht mehr spürbar war, wie sein Schreien zum Vater am Kreuz erkennen lässt. Der Vater verließ ihn sicher nicht, aber er war in dem unvorstellbaren körperlichen und seelischen Schmerz nicht mehr spürbar. Jesus sah nur noch ein paar Menschen, die ihm nahe waren. Diese kurzen Begegnungen müssen für ihn überaus wichtig gewesen sein.

Die Station mit Simon von Zyrene zählen wir jetzt nicht zu den drei Begegnungen, weil Simon nur gezwungen wurde, Jesus zu helfen. Von einer Begegnung ist dort nicht die Rede. Auf den drei Wegstationen, an denen ausdrücklich Begegnungen im Fokus stehen, geht es um Frauen, die Jesus nahe sein wollten: seine Mutter, ferner die nicht näher bekannte und auch nicht biblisch bezeugte Veronika (wahrscheinlich eine legendäre Gestalt, deren Name „Vera Icona“ bedeutet und damit auf die Erzählung des Schweißtuchs verweist, aber sie steht eben für jene Menschen, die Anteil nehmen und Leid zu lindern versuchen) und schließlich die weinenden Frauen am Wegrand. Auch da ist ausdrücklich von „Begegnung“ die Rede. Letztere sind die einzigen, mit denen Jesus auch spricht. Sonst hören wir während des ganzen Weges kein Wort von ihm.

 „Weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder“, sagt Jesus zu den Frauen am Wegrand. Wie hat er das gemeint? Jesus wollte wohl kaum ihre Anteilnahme abweisen. Sein Wort war nicht als Vorwurf gemeint, sondern eher als ein Spiegel. Vielleicht wollte Jesus ihnen in etwa sagen: „Ja, ich leide, aber nicht blind. Ich leide mit euch und euren Kindern, denn ihr habt in eurem Leben schwere Lasten zu tragen, an die ihr jetzt im Moment nicht denkt, weil ihr wegen mir erschüttert seid. Während ihr mich leiden seht und über mich weint, bin ich in Wirklichkeit euch nahe auf euren Leidenswegen.“ Es ist ein gegenseitiges Anteilnehmen. Die Liebe, die in seinen Worten mitschwingt – davon dürfen wir ausgehen – wird  durch den Tod hindurch siegen. Und an ihrem Sieg werden die weinenden Frauen ebenso Anteil haben, nachdem sie an Jesu Leiden Anteil hatten.

Von dieser Szene aus richten wir erneut unseren Blick auf den schwersten Aspekt der Corona-Krise: die vielen einsam Leidenden, deren Alltag sich jetzt quasi ohne Begegnungen abspielt. Das sind nicht nur die Corona-Kranken auf den Intensivstationen, die sich nach ihren Liebsten sehnen, das sind auch und vor allem ältere Menschen, die unter dem „Kontaktverbot“ empfindlich leiden. Es gibt wohl kaum eine Krise, bei der so viele Menschen so sehr auf sich selbst zurückgeworfen werden wie diese. Das macht sie so gespenstisch. Sicher gibt es viele beeindruckende Hilfen und Initiativen, Gott sei Dank gibt es auch Fernsehen und Internet, „Tele-Konferenzen“ und darin auch echte Begegnungen. Aber nicht alle älteren Menschen sind damit vertraut, und vorbereitet waren sie schon gar nicht. Die soziale Erfahrung während dieser Krise heißt für viele von ihnen „Einsamkeit“, Mangel an Begegnungen. Und das hinterlässt Spuren.

Wir reden jetzt viel davon, dass ältere und vorerkrankte Menschen „geschützt“ werden müssen. Aber was ist damit gemeint? Meistens doch nur der Schutz vor dem Virus. Der Schutz vor der körperlichen Erkrankung hat fast überall absolute Priorität. Natürlich hat das seine Gründe. Aber darf darüber die Seele des Menschen außer Acht gelassen werden? Man würde doch einen bettlägerigen Menschen auch nicht einfach in seinem Dreck lassen oder ihm nichts zu essen geben! Ist die Seele denn weniger wert, dass sie nicht geschützt zu werden braucht? Haben sterbende Menschen nicht das Recht, ihre Liebsten noch einmal zu sehen? Wer schützt die Menschen vor abgrundtiefer Einsamkeit? Um Anteilnahme zu leben, haben heilige Menschen früher auch Ansteckungen riskiert, weil ihnen die Seele des Menschen wichtig war. Wichtiger als der Leib. Auch Jesus kannte keine Berührungsängste gegenüber Aussätzigen. Er schenkte Begegnung denen, die von allen gemieden wurden. Und auf seinem letzten Weg schenkten diese Frauen nun ihm Begegnung, während sich fast alle anderen, einschließlich der Jünger, entsetzt von ihm abwandten.   

Jesus, so menschlich kommst du daher! Schwach, schwankend, durstig nach ein wenig Trost und Anteilnahme… Erhalte uns den rechten Blick und das gesunde Maß für den Menschen und seine tiefen Bedürfnisse. Bewahre uns davor, aus Angst und Panik ihn nur noch wie eine Maschine zu sehen, die zu funktionieren hat. Hilf uns, den Leidenden wirklich nahe zu sein. Und wo wir dies äußerlich nicht können, sei Du ihnen nahe. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen,

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Erneut zu Fall gekommen

Eine der Schreckensnachrichten in der Coronakrise: Die Experten sind sich offenbar einig, dass es nicht bei einer Welle bleiben wird. Die Welt kam einmal zu Fall durch diesen Virus, und sie wird mindestens noch einmal zu Fall kommen, vielleicht wird sogar eine dritte Welle folgen. Zwar werden wir dann hoffentlich besser vorbereitet sein, und noch mehr hoffen wir auf ein wirksames und bis dahin zugelassenes Medikament, das für alle, die es brauchen, verfügbar ist. Am allerbesten wäre natürlich eine Impfung, doch es ist fraglich, ob die dann schon flächendeckend zur Verfügung steht. So bleibt unsere Hoffnung vorerst fragil und wir noch länger anfällig für dieses Virus. Und anfällig für so viele Folgen der Reduktion auf psychischer, sozialer, wirtschaftlicher Art…

Hinter dieser Art von Anfälligkeit gibt es noch eine tiefere Anfälligkeit. Sie steht wohl nicht in einem unmittelbaren kausalen Zusammenhang, kann aber durch diese Krise in vielen Menschen nach außen gekehrt werden, so wie erfreulicherweise auch das Gute offenbar wird. Das haben Krisen an sich. Dort aber, wo nichts Gutes nach außen gekehrt wird, zeigt sich oft Misstrauen und Angst, gekleidet in eine Verabsolutierung des eigenen Ego. Das zeigt sich im Kleinen, wenn jemand in eine Bunkermentalität verfällt und den anderen noch die letzte Klopapierpackung  wegnimmt, obwohl er selbst mehr als genug hat, und im Großen, wenn ein Staatsmann, der anfangs das Virusgeschehen herunterspielte, nun, wo das Ausmaß der Tragödie nicht mehr zu leugnen ist, der WHO die ganze Schuld gibt. Um nur zwei Situationen zu nennen, wie Menschen sich aus Angst und Misstrauen ihre eigene Scheinwelt aufbauen, in der sich alles allein um ihr „Ego“ dreht.

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. Er trägt die Last menschlicher Schuld. Er trägt den gefallenen Menschen – auch wenn dieser nichts davon wissen will. Während er mühsam Schritt für Schritt den steinigen Weg geht, hält er an seiner Liebe zum Menschen bedingungslos fest. 

Jesus, wir danken Dir. Du hast uns nicht aufgegeben. Das ist unsere Hoffnung, die uns niemand nehmen kann. Das allein lässt uns singen: „Ave crux, spes unica“. Sei gegrüßt, Kreuz, einzige Hoffnung“. Das allein gibt uns die Kraft weiterzugehen mitten durch den Kreuzweg, wo so viele unserer Pläne und Vorstellungen durchkreuzt werden – an Deiner Seite. Richte uns wieder auf, damit wir gut durch diese Zeit kommen und Deine Liebe zu uns wiederentdecken. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Gottes Antlitz brennt sich ein.

Eine Frau hilft. Sie will Jesus Schweiß und Blut vom Gesicht wischen und reicht ihm ein Tuch. Die Legende erzählt, das Gesicht Jesu habe sich in das Tuch eingeprägt. Das ist nicht naturwissenschaftlich zu verstehen. Deswegen ist es uninteressant zu fragen, ob das stimmt oder nicht. Es geht um das Symbol. Die Hände, die Gutes tun, kommen nicht leer zurück. Es ist etwas geschehen, was mit dem Wort „Angesicht“ am besten umschrieben wird. Es ist plötzlich Präsenz spürbar. Da öffnet sich etwas. Aus dem Miteinander schaut uns Jemand an. „Wo Liebe ist, da ist Gott“, heißt es in einem alten Gesang. Die Bibel sagt: „Gott ist Liebe“. Ja, es ist nicht übertrieben: Die Züge von Gottes Antlitz brennen sich in unser Miteinander ein, wenn es von echter Liebe getragen ist.

In wieviel Krankenhäusern auf der ganzen Welt wird schwerkranken Corona-Patienten (und natürlich auch anderen) vom medizinischen Personal der Fieberschweiß vom Gesicht gewischt! Und noch viel mehr… Corona steht für unglaublich viel Leid. Aber auch für eine Art von Nächstenliebe, eine Besinnung auf das Wesentliche in weiten Teilen der Gesellschaft, die man nicht mehr für möglich gehalten hatte. Natürlich sind wir nicht naiv und wissen genau, dass das nicht so bleibt. Und doch: Die Welt geht in die Zukunft nicht nur mit bleibenden Bremsspuren einer wirtschaftlichen Vollbremsung, sondern um eine wesentliche Erfahrung reicher, die sich tief in die Seelen eingebrannt hat. Die Menschheit ist – in weiten Teilen – ein klein bisschen mehr zur Ikone Gottes geworden.

Jesus, das Tuch unserer Nächstenliebe, das wir Dir reichen, ist klein und ziemlich verknittert, hat Risse und Löcher. Aber wir haben kein anderes. Du schaust nicht auf die Perfektion, Du schaust aufs Herz. Präge in unser Miteinander Dein Antlitz ein. Dein Anblick richte die Menschheit wieder auf und schenke ihr neues Leben. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Mittragen

Was derzeit überall an Hilfe geschieht, verdient es, in einer Weltchronik aufgeschrieben zu werden. Es ist zum Teil heldenhaft, unter Einsatz des eigenen Lebens – ohne dass sich die Betroffenen als Helden fühlen würden: Krankenschwestern und Pfleger, Ärzte, Sanitäter, Reinigungskräfte in Krankenhäusern – sie alle stehen an vorderster Front und sind nicht nur ständig dem Stress und dem Elend, das sie sehen, sondern auch der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ausgesetzt. Und nicht zu vergessen die Angestellten in Supermärkten und die vielen Menschen, die für ältere Nachbarn, für obdachlose Mitmenschen und andere Bedürftige da sind.

Es gibt natürlich auch das andere: dass Menschen nur an sich denken – angesichts der Bedrohung erst recht. Die Coronakrise bringt ans Licht, was im Menschen ist. Manche tun ihren Dienst nur, weil sie gezwungen sind. Sie tun es widerwillig, ohne Herz.

Von Simon von Zyrene erfahren wir nicht, mit welcher Haltung er Jesus half, das Kreuz zu tragen. Die Evangelien erzählen nur, dass er dazu gezwungen wurde. Ob er sich gewehrt hatte, ob er es widerwillig tat oder Mitleid für Jesus empfand, wird nicht erzählt. Da er nur zufällig vorbei kam, kannte er Jesus vermutlich nicht. Dennoch ist diese Gestalt durch das Gebet des „Kreuzwegs“ in die Spiritualitätsgeschichte eingegangen und genießt eine gewisse Sympathie als ein Beispiel des Helfens, des Anteilnehmens, wo auch immer Menschen leiden. Diese Gestalt spiegelt wider, dass im Grunde auch Jesu Leiden selbst ein Leiden des Anteilnehmens ist, ein Mitgehen auf dem Leidensweg jedes Menschen dieser Welt.

Jesus, wenn wir an Deinem Leiden Anteil nehmen, nehmen wir an Deiner Liebe Anteil. Lass uns dazu weit offen sein. Lass uns erkennen, was das bedeutet, dass Du an unserem Leben und Leiden Anteil nimmst. Und hilf uns, gestärkt durch Deine Liebe, auch am Leben und Leiden unserer Mitmenschen Anteil zu nehmen, ihnen helfen, ihr Kreuz zu tragen. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Die zarte Geste

In Italien, wo die Corona-Krise besonders schlimm wütet und nicht mehr alle Patienten, die es brauchen, ein Atemgerät bekommen können – womit sie dem sicheren Tod geweiht sind – , wurde eines Tages ein altes Mütterchen mit Covid 19 in die Notaufnahme gebracht. Sie gehörte zu den Schwächsten, die keine Chance mehr bekamen. Der jungen Ärztin Francesca Cortellaro brach es das Herz, die Not des alten Mütterchens zu sehen und nicht helfen zu können. Sie sprach ein paar Worte mit ihr. Die Frau hatte noch einen Wunsch: Sie wollte sich gern von ihrer Enkeltochter verabschieden. Da gab ihr die Ärztin ihr eigenes Handy für eine FaceTime-Verbindung. Mehr konnte sie für das alte Mütterchen nicht tun.

Herzzerreißend. Und doch eine Geste unglaublicher Zartheit vor grausamster Kulisse. Da gibt ein Mensch einen letzten Trost. Wie ein Lichtstrahl aus einer anderen Welt leuchtet dieser kurze Moment in eine dunkle, scheinbar ausweglose Situation.

Das sterbende Mütterchen durfte über Facetime noch sein Enkeltöchterchen sehen. Jesus durfte auf dem Kreuzweg noch seine mit ihm leidende Mutter am Wegrand sehen. Ihre Blicke begegneten sich. Wahrscheinlich nur kurz. Sie wollte ihm nahe sein, so nahe wie möglich, aber umarmen konnte sie ihn vermutlich nicht mehr. Das ließen die Soldaten kaum zu. Ihm nahe sein aus der erzwungenen äußeren Distanz, aber im Herzen ganz bei ihm – gerade jetzt, wo der Trost des himmlischen Vaters überhaupt nicht mehr spürbar ist und die besten Freunde nicht da sind.

Das ist vielleicht der grausamste Aspekt in der Corona-Krise: die Einsamkeit der Schwerstkranken auf den Intensivstationen. Ihre Liebsten möchten ihnen nahe sein – und können nicht. Die Kranken sehnen sich nach einer tröstenden Hand – vielleicht auch nach den Sakramenten als Zeichen der Nähe Gottes – und es ist niemand da. Nur das vermummte und völlig überlastete Krankenhauspersonal, das einem wegen des Mundschutzes noch nicht einmal zulächeln kann. Kann es in einer solchen Situation Trost geben? Vielleicht sind es ganz kurze, unglaublich zarte Momente. Ein warmer Blick. Ein Streicheln über die Stirn, wenn auch durch das Gummi der Schutzhandschuhe hindurch. Aber es gibt auch noch etwas anderes….

Jesus, Du hast uns gezeigt, dass Leben nicht nur das ist, was wir sehen, hören und berühren. Es gibt eine Innenseite, die keine Grenzen kennt. Es ist die Innenseite der Liebe. Auf dieser tiefen Ebene warst Du dem Lazarus in seinem Grab nahe und schenktest ihm Leben, obwohl er schon vier Tage tot war und ein schwerer Grabstein Dich von ihm trennte. Stärke unser Vertrauen in diese Art von Nähe. Lass unser Beten für die Sterbenden die Hand sein, die sie hält, die Umarmung, die sie tröstet, das Lächeln, das sie aufrichtet. Sei Du ihnen nahe, lass sie nicht verzweifeln und, wenn ihre Stunde gekommen ist, trage sie in Deiner unendlichen Liebe sanft zu Dir heim, wo ihr Herz Ruhe und ewige Freude findet. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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An-fällig

In den Industrieländern waren wir berauscht von Wachstum und Erfolg, von Geld und Machbarkeit. Wir wussten zwar, dass dieses System anfällig ist, wir wussten um Bedrohungen wie den Klimawandel oder Computerviren, die alles lahmlegen können. Aber das alles war weit weg oder schien zumindest beherrschbar. Wir wussten auch, dass wir krank werden können und sterben werden. Aber auch das war weit weg, es ließ sich gut verdrängen – für die meisten.

Doch niemand – außer ein paar Virologen (aber auch die nur in der Theorie) – sah, was nicht zu sehen war. Selbst als der Virentsunami längst auf Europa zurollte, ahnte kaum jemand die unsichtbare Riesenwelle. Es war jenseits unserer Vorstellung, dass eine globale Katastrophe dieser Art uns zu Fall bringen könnte.

Unfassbar: Ein unvorstellbar kleines Etwas bringt die Welt zu Fall. Vielleicht war es beim biblischen Sündenfall ähnlich. Wann und wie auch immer das war (die Bibel erzählt es in Bildern) – und es geschieht immer wieder: Der Mensch kam zu Fall, als er das Vertrauen verweigerte, obwohl er bereits über die nötige innere Freiheit verfügte, um sich zum Vertrauen zu entscheiden. Er verlor das Grundvertrauen ins Leben, das Grundvertrauen auf Gott, das Grundvertrauen in das, was Gott in sein Herz gelegt hatte, und folglich auch das immer wieder neue Wagnis, dem Nächsten zu vertrauen. Die Verweigerung von Grundvertrauen schafft eine negative Atmosphäre, die sich wie ein Virus über die ganze Welt und über viele Generationen ausbreitet. Dieses Virus bleibt, und der Mensch bringt es nicht mehr unter Kontrolle. Das Herz des Menschen wird verfremdet, es beginnt etwas zu erzeugen, was eigentlich nicht zu ihm gehört. Und aus einem unvorstellbar kleinen Etwas, einer Verweigerung des Guten, einem Virus der Unmenschlichkeit, entsteht im Schneeballeffekt – oder im exponentiellen Wachstum – eine Riesenlast, die niemand mehr der Welt abnehmen kann.

Das Kreuz symbolisiert diese Last. Jesus trägt sie. Gott selbst trägt sie. Gottes Liebe verweigert sich dem Menschen nicht – trotz aller Verweigerung des Menschen. Und diese göttliche Liebe hat als einzige Kraft das Potenzial, die Welt zu erlösen. In Jesus ist diese Liebe sichtbar und greifbar. Er verweigert sie nicht deswegen, weil er ein „Superman“ wäre, sondern weil in ihm Gott selbst mit uns geht. Er trägt die Last sehr menschlich, er ist kein „Superman“: Er fällt. Sein Körper fällt. Aber sein Herz bleibt uns weiter zugewandt und schenkt uns seine ganze Liebe – auch dann, wenn ein kleines Virus uns zu besiegen scheint und unser Leben in sich zusammen zu fallen droht.

Jesus, du gehst mit uns. In der Not fällt es uns schwer zu vertrauen. Wir fühlen uns, als würde uns der Boden unter den Füßen weggezogen. Dir ging es ähnlich… Du weißt, was das bedeutet. Wir sagen oft, wenn es uns zu schwer wird: „Ich will nicht mehr!“ Du gehst Schritt für Schritt weiter. Berge unser Nein in Deinem Ja, nimm uns mit auf Deinem Weg der Liebe und richte uns wieder auf. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Das Kreuz schultern

Man kann wohl sagen: Die Corona-Krise ist ein globales Kreuz. Ein Land nach dem anderen muss es auf sich nehmen und über lange Zeit einen äußerst schweren Weg gehen. Ein angesteckter Mensch nach dem anderen muss es auf sich nehmen. Für die, die nur leichte Symptome haben, ist es leicht. Aber wer schwere Symptome hat, hängt am seidenen Faden. Wie geht ein Mensch damit um?

Sicher bleibt nichts anderes übrig, als es auf sich zu nehmen. Die meisten haben gar keine Zeit, groß darüber nachzudenken, mit welcher Haltung sie dies tun. Es wird im wesentlichen die Haltung sein, mit der sie auch sonst schwere Situationen auf sich genommen haben – oder auch nicht. Die einen machen sich innerlich auf den Weg, die anderen verzweifeln. Oft aber erhält der Mensch in solchen Situationen eine unerwartete Kraft, über die er selber staunt.

Auch Jesus hat das Kreuz auf sich genommen mit der Haltung, mit der er sein ganzes Leben gelebt hat: mit der Haltung der Liebe. In dieser Haltung beginnt er nun die letzte Wegstrecke seines Lebens. Diese Liebe wird er nicht mehr aufgeben. Sie gibt seinem letzten Weg Sinn, Richtung, Ausblick. Sie wird zum höchsten Dienst an den Menschen. An der Seite der Leidenden geht er seinen Weg – auch an der Seite der Corona-Leidenden.

Jesus, geh mit uns diesen schweren Weg. Hilf uns, Medikamente und Impfungen zu finden, aber auch eine innere Haltung, die Deiner Liebe antwortet: die Haltung des Vertrauens. Gerade in dieser Not wird das Vertrauen uns neue Kraft geben und den Verantwortlichen die nötige Klarheit, die sie brauchen, damit ihre Forschung erfolgreich sei. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Wer ist schuld?

Wenn Unglücke geschehen, löst dies in uns Menschen nach der ersten Schockstarre bald den Reflex aus, nach Schuldigen zu suchen. Wir wollen aus dem, was passiert ist, für die Zukunft lernen, damit so etwas nicht wieder passiert oder zumindest weniger schlimm ausfällt. Solange das Motiv wirklich die Suche nach dem Auslöser und nach einer sinnvollen Lösung ist, ist es soweit in Ordnung. Dann behält die Angst ihre ursprüngliche Funktion: Leben zu erhalten. Dann wäre es einfach eine nüchterne Analyse des Geschehens, durch die man für die Zukunft lernen kann.

Auch bei der Corona-Krise ist es so. Natürlich weiß jeder, dass niemand an der Existenz eines Virus schuldig sein kann. Aber die Krise hat viele Aspekte, bei denen nach echter oder vermeintlicher Schuld gefragt werden kann und auch gefragt wird: „Wie konnte es so weit kommen? Sind die Chinesen schuld, weil sie bei allem Drill und aller Überwachung es nicht fertigbringen, den Handel mit Wildtieren zu unterbinden – und damit die ganze Welt in den Abgrund stürzen? Sind es die Skiurlauber schuld, dass Europa so stark betroffen wurde und dem Virus als zusätzliches Sprungbrett in die weite Welt diente? Oder sind es die europäischen Verantwortlichen schuld, die die unsichtbare Welle,  die wie ein tödlicher Riesen-Tsunami von Osten gen Westen rollte, nicht erkannten?

Schnell droht solches Fragen zu kippen und sich zu verselbständigen, erst recht, wenn wir persönlich zunehmend betroffen sind: „Ist es der böse Nachbar schuld, der nicht genug aufgepasst hat, so dass ich jetzt krank bin?“ Dann geht es nicht mehr um nüchterne Analyse, sondern um blinde Wut. Wir nutzen die Suche nach dem Sündenbock als Ventil, weil wir es nicht ertragen, dass ein Unglück auch ohne nennenswerte menschliche Schuld geschehen kann bzw. die Größe möglicher Schuld in keinem wirklichen Verhältnis steht zur Tragweite des Unglücks. Wir bekämpfen dann nicht mehr den Erreger, sondern den Menschen, machen ihn sozusagen zum „Virus“. Dann kann es sein, dass plötzlich ein Mensch mit asiatischer Herkunft im Zug angepöbelt wird. Oder Schlimmeres.

Und auf religiöser Seite? Da fragen wir schnell: „Wie kann Gott das zulassen?“ Und stellen ihn an den Pranger. Gott – ein „Killervirus“? Und weil dieser Gedanke noch unerträglicher ist und psychisch töten kann, machen wir Gott gleich zu einem Nichts, schweigen ihn tot – und denken ihn irgendwann auch tot, indem wir unseren Sinn für Transzendenz abtöten.

Wie ging es Jesus? Schuldlos steht er vor Pilatus und wird verurteilt. Was ist geschehen? Für welches Unglück muss er geradestehen? Selbst Pilatus, der ihn verurteilt, muss eingestehen, dass er keine Schuld bei ihm erkennt. Es gab noch nicht einmal ein Unglück! Es gab nur immer wieder Aufstände gegen die römische Besatzung. Davor hatten die Verantwortlichen panische Angst, weil sie die Konsequenzen durch den Kaiser fürchteten. „Lieber den Aufstand im Keim ersticken, als dass es nachher zu spät ist!“ 

Und auf religiöser Seite? Jesu Auslegung des jüdischen Gesetzes, sein liebevoller Umgang mit ausgestoßenen Menschen und vor allem sein Selbstverständnis, wenn er Gott seinen „Vater“ nennt und sich von ihm geliebt und gesandt weiß, irritiert viele in der religiösen Oberschicht. „Will der eine neue Religion schaffen? Stellt er sich über unser heiliges Gesetz?“ Neid spielt auch eine Rolle: „Wie schafft es dieser Kerl, so gut beim Volk anzukommen – im Gegensatz zu uns? Und wie bringt er es fertig, so viele Kranke zu heilen? Aber warum ausgerechnet am heiligen Sabbat, wenn die Woche 7 Tage hat?“ Und auch bei ihnen entsteht das Unglück in den Köpfen.

Jesus wird zum Tod verurteilt. Es scheint ihn nicht zu wundern. Er sagt zwar kurz noch einmal, was er zu sagen hat, lässt sich aber nicht auf weitere Diskussionen ein. Mit Menschen, die einem jedes Wort im Mund umdrehen, bringt eine Diskussion nichts. Sie werden ihre Pläne doch durchsetzen.

Aber er ist auch nicht einfach passiv. Er nimmt sein Schicksal aus freiem Herzen auf sich, solidarisiert sich mit allen Verurteilten der Welt, ist jedem verurteilten Menschen nahe. Aber nicht nur den schuldlos Verurteilten! Nein, auch den schuldig Verurteilten! Es geht ihm zuerst um den Menschen. Und in dieser bitteren Zeit müssen wir an eine weitere Gruppe denken: an die vielen Menschen, die als dem Tod Geweihte aus der „Triage“ kommen und nun vom Corona-Virus langsam erstickt werden. Sie müssen sich auch wie Verurteilte fühlen – auch wenn niemand sie verurteilen will -, weil sie die Voraussetzungen nicht mehr erfüllten, um noch einmal auf die Seite des Lebens zu kommen. Allen diesen Menschen ist der zum Tod verurteilte Jesus mit seiner unendlichen göttlichen Liebe nahe. In seinen Augen ist der Mensch immer zuerst ein unendlich Geliebter. Und er weiß, dass allein diese unendliche Liebe den Menschen erlösen kann – wenn der Mensch sie annimmt. Aber auch wenn er sie nicht annimmt, gilt sie ihm weiter – und wartet. Das lebt Jesus – mit Leib und Seele, mit seiner ganzen Person. Und steht zu dem, was er lebt und vertritt. Er steht dazu, mit göttlicher Souveränität, vor dem Richter dieser Welt. Er nimmt alle Schuld und alles Verurteilt-Sein der Menschen auf sich. Als verkörperte Liebe Gottes, als Mensch gewordener Gott – und als „Sündenbock“ in den Augen der Menschen – steht er vor Gericht.

Barmherziger Gott, erhalte uns einen nüchternen und liebevollen Blick. Hilf uns, gemeinsam die Herausforderung zu bestehen, so gut wir können. Festige unser Herz in der Demut, die die Realität annimmt. Aber schau, der Druck ist riesig. Hab Erbarmen mit uns, Du siehst, wie wir uns abplagen. Schenke uns Trost, innere Kraft und die nötige Inspiration. Vor allem: Lass uns gestärkt aus diesem globalen Reset hervorgehen – vielleicht auch menschlicher. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.  

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Kreuzweg

Dieser musikalische Kreuzweg von Franz Liszt kann uns in der schweren Corona-Zeit Trost geben und uns helfen, den Weg an der Seite Jesu zu gehen, der uns in unendlicher Liebe begleitet. Mit Jesus werden wir aus jeder Krise gestärkt hervorgehen. Auch aus dieser. Und das, ohne die letzte, die „endgültige“ auszuklammern: den Tod – der leider für sehr viele in dieser Corona-Zeit zur knallharten Realität wird.

Die Bilder des Kreuzwegs, die wir von jetzt an bis Ostern jeden Tag Station für Station ins Netz stellen mit einem kleinen Impuls und Gebet stammen aus unserem Kreuzweg im Klostergarten.

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Gebetsanliegen für April 2020

Unser besonderes Anliegen:

Für alle Menschen, die unter der Corona-Krise leiden.
Für die Kranken, die einsam Sterbenden, die Verstorbenen
Für die Hinterbliebenen

Für die Kinder und für die besonders Gefährdeten
Für die Obdachlosen
Für die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger
Für die Einsamen und für die, die Angst haben
Für die, die wirtschaftlich vor dem Nichts stehen

Für die in Forschung und Politik Verantwortlichen

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Universal – Freiheit von Suchterkrankungen:
Wir beten dafür, dass jene, die unter Suchterkrankungen leiden, Hilfe und Beistand bekommen.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für alle Menschen, die niedergeschlagen sind und Sorgen haben, die unter Depressionen leiden und in Trauer sind: um österliche Freude.

Für die Christen in den unterschiedlichen Konfessionen, die durch die eine Taufe in dem einen Herrn miteinander verbunden sind: um sichtbare Einheit im Glauben.

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Corona-Läuten

Aufruf unseres Bischofs:

„Hiermit rufe ich auf, dem gemeinsamen Wort der Kirchen zur Corona-Krise Folge zu leisten und jeden Sonntagabend um 19.30 Uhr, ebenso am Gründonnerstag und ausnahmsweise (!) auch am Karfreitag Abend um 19.30 Uhr, sowie an Ostern um 10.30 Uhr die Glocken zu läuten als Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen, aber auch als Aufruf zum Gebet, besonders für die Erkrankten und die Pflegenden. Wo möglich kann dieses Läuten jeden Abend geschehen. Vielerorts geschieht dies bereits jetzt in Verbindung mit dem Anzünden einer Kerze im Fenster.“

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Beten in Corona-Zeiten

Gebet unseres Bischofs:

Jesus, unser Gott und Heiland, in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir und bitten Dich:

Für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind; 
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben; 
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern; 
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen; 
für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen; 
für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen; 
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;  für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren; 
für die Menschen, die am Virus verstorben sind,
und für diejenigen, die im Dienst an den Kranken ihr Leben gelassen haben.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht, hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen. Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen. Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit. In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt, die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich: Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern, indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Corona

In den Medien wird fast nur noch davon berichtet. Sehr verständlich, denn es gibt kaum ein anderes Thema, das die Menschen zur Zeit mehr beschäftigt.

Aber welche Aspekte der Corona-Krise stehen im Vordergrund? In erster Linie natürlich die medizinischen. Das gehört zur Natur der Sache. Dann geht es um Schul- und Kitaschließungen, Kinderbetreuung, mögliche Ausganssperren, wirtschaftliche Schäden und Rettungsschirme, Verbote und Empfehlungen (darunter auch viel Kreatives und Witziges aus den verschiedenen Ländern), Anleitungen zum Händewaschen und Husten, ganz viel auch um Zahlen und natürlich ist es Thema Nr. 1 bei jeder Talkshow (mittlerweile ohne Zuschauer vor Ort),…

Ein Thema scheint dabei etwas unterbelichtet zu sein: die psychischen Folgen für sehr viele Menschen. Zwar redet man viel davon, dass man die alten Menschen vor dem Virus schützen soll, aber wenig davon, wie diese Menschen damit klarkommen, dass sie plötzlich noch einsamer sind als sonst. Menschen mit Behinderung rufen uns im Kloster an und drehen fast durch bei dem bloßen Gedanken an eine drohende Quarantäne oder Ausgangssperre. Wie fühlt sich etwa ein Mensch mit Depressionen oder einem Herz- Kreislaufleiden, der für sein Wohlbefinden auf tägliches Spazierengehen angewiesen ist und es nicht mehr darf? Hierzulande darf man das zum Glück noch (wenn man nicht in Quarantäne ist), aber schon der Spielplatz für die Kinder ist tabu. Wann werden die Parkbänke und Promenaden für die Senioren tabu sein? In vielen Ländern ist das längst so. Mit Hund darf man’s aber noch. Deswegen haben clevere Leute in Spanien angefangen, Hunde zu vermieten, und besonders Mutige verkleiden sich als „Tyrannosaurus Rex“ und laufen so durch die Straßen. (Für diese „Haustiere“ sei die Gesetzgebung noch nicht geregelt.)

Die Italiener haben ihre eigenen Lösungen gefunden: Sie funktionieren kurzerhand ihre Balkone zu Konzertbühnen und Tribünen um und lassen ihren Gesang mit Instrumenten durch die Gassen erschallen. Sehr schön – aber das wird man auch nicht ständig tun können. Irgendwann beschweren sich die Nachbarn.

Spaß beiseite – für depressive und ohnehin einsame Menschen ist das ein Riesenproblem. Unter ihnen sind sehr viele Singles. Versuchen wir die geschenkte Zeit dafür zu nutzen, um täglich mindestens eine ältere oder behinderte Person anzurufen und mit ihr zu plaudern, und natürlich, wenn man die Möglichkeit dazu hat, ihr anzubieten, für sie einzukaufen. Spannen wir einen großen Schirm der Solidarität im Gebet und in der tätigen Fürsorge über sie aus!

Hinweis:

Wer nicht auf die tägliche hl. Messe verzichten will, findet im Internet unzählige Angebote zum Mitfeiern. Bei Vatican News wird täglich die 7 Uhr-Messe mit Papst Franziskus in Santa Marta im Vatikan übertragen (mit deutscher Übersetzung).

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Von der Quadragesima in die Quarantäne

Was für eine Fastenzeit!

Die Quadragesima 2020 wird zur Quarantäne

für die halbe Welt.

Corona beschleunigt ihren Lauf, die Welt entschleunigt

und hofft, mit ihrer Entschleunigung

Corona wiederum entschleunigen zu können.

Was für ein Kampf!

Für nicht wenige ein Duell zwischen Tod und Leben.

Wir Schwestern sind zum Glück noch alle gesund.

Keine Frage, die Klausur schützt.

Andererseits: Das Virus wird nicht anklopfen.

Wenn wir es bemerken, wird es längst drin sein

in unseren Zellen.

Eingeschlichen durch wen auch immer.

Und dann sind wir selber mitten im Duell,

im Nu gekrönt mit einem Update unseres inneren Virenschutzes

– oder mit dem Tod.

Wir sitzen alle in einem Boot, ob drinnen oder draußen.

Doch nicht alleine.

Der das Duell zwischen Tod und Leben

längst gewonnen hat,

ist dabei.

Schläft er gerade?

„Fürchtet euch nicht!“

rief er einst zwischen der sich verflüchtigenden Gischt

und ruft es heute

zwischen Mundschutz, Atemgeräten, dem unsichtbaren Feind

und dem Singen der Menschen auf Balkonen und Terassen,

das zum Echo für diesen Ruf wird.

Unseren Dienst der Stellvertretung vor Gott

begreifen wir mehr denn je,

feiern jetzt stellvertretend für alle Eucharistie. 

Und beten besonders für die Kranken, Sterbenden und Toten,

für die Bangenden, Hinterbliebenen und Einsamen,

für die, die für ganze Völker entscheiden müssen,

oder die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen:

Krankenschwestern, Ärzte, Virologen…

Gott segne sie alle!

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Liturgie in Corona-Zeiten

Vorerst können wir unsere Liturgie wegen der Corona-Krise leider nur hinter verschlossenen Türen feiern. Für das Gebet gibt es aber keine Türen und Mauern. Wir nehmen Euch alle im Geist in unser liturgisches Beten mit, besonders während der Kar- und Ostertage, laden Euch ein, viel geschenkte Zeit zum Mitbeten zu nutzen und weisen hin auf unzählige Online-Angebote, z.B. das Mitfeiern im Trierer Dom oder viele andere live-Angebote, die Ihr hier finden könnt.

In diesen schweren Zeiten können wir manches wiederentdecken, etwa den Geist der Communio, der an Grenzen von Raum und Zeit nicht halt macht. Communio durch Abstand halten – klingt paradox, geht aber. (Kontemplative Klöster haben das immer gewusst, dass es da auch einen Innenraum gibt, der keine Grenzen kennt.) Es ist eine Art spirituelles Internet, von dem das virtuelle Internet nur ein schwaches Gleichnis ist – aber natürlich ein Segen, dass es auch dieses gibt, gerade jetzt. Nur: Eine einsam Sterbende Person kann nicht „eben mal ins Internet“…

Durch unser Gebet können selbst die einsam Sterbenden, die zur Zeit von keiner Hand gehalten werden, von unsichtbarer Hand mitgetragen sein. Nutzen wir diese Chance und lassen sie nicht allein! Das reale Internet ist nur ein schwaches Gleichnis für diese unsichtbare Wirklichkeit, die kein Virus zerstören kann – weder ein virtuelles noch ein medizinisches.

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Gottesdienstzeiten an Ostern


Kreuz Karwoche und Ostern 2020

In diesem Jahr wegen der Corona-Krise leider nicht öffentlich. Wir nehmen Euch alle im Geist in unser Feiern der Kar- und Ostertage mit, weisen aber auch hin auf unzählige Online-Angebote, z.B. das Mitfeiern im Trierer Dom oder viele andere live-Angebote, die Sie hier finden können.
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Gründonnerstag

Feier vom Letzten Abendmahl –.17.00 h

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Karfreitag

Karfreitagsliturgie – 15.00 h

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Karsamstag
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Osternachtfeier –.20.30 h

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OSTERSONNTAG

Osterhochamt –.8.00 h

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Ostermontag
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Hl. Messe:8.00 h

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Gebetsanliegen für März 2020

Besonderes Anliegen des Papstes:

Evangelisation – Katholiken in China: Wir beten dafür, dass die Kirche in China an ihrer Treue zum Evangelium festhält und immer mehr zusammenwächst.

Besondere Anliegen unseres Bischofs:

Für alle Katechetinnen und Katecheten und für die Kinder und Erwachsenen, die sie auf den Empfang der Taufe, der Firmung und der Erstkommunion vorbereiten.

Für alle Kinder, Frauen und Männer, die einen liturgischen Dienst übernommen haben und so mithelfen, Gottesdienst zu feiern und Gemeinde aufzubauen.

Unsere besonderen Anliegen:

Für die vielen flüchtenden Menschen, Frauen, Männer Kinder, die sich auf den Weg nach Europa machen, für alle, die ihnen helfen wollen, und dass endlich Friede werde in den chronischen Kriegsgebieten dieser Erde.

Für unsere Verstorbenen. Am 3. März, dem 1. Jahrgedächtnis unseres verstorbenen Hausgeistlichen Dr. Engelbert Felten gedenken wir besonders seiner im Gebet.

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Einheitsbuddeln in Trier

Anlässlich einer bundesweiten Baumpflanzaktion haben Wolfram Leibe, Oberbürgermeister der Stadt Trier, Beigeordneter Andreas Ludwig, Mitarbeiter des Amts StadtGrün und dessen Vertriebsleiter Dirk Heckmann am Tag der Deutschen Einheit 50 Obstbäume verschenkt – für ein nachhaltiges Trier. Unsere Sr. Stephanie bekam auch ein kleines Apfelbäumchen für den Klostergarten geschenkt, das sie in einer kleinen Feierstunde im Rathaus entgegennahm.

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Bienenstock in Gottes Garten

Seit einiger Zeit haben wir ganz besondere Gäste in unserem Klostergarten über den Dächern Triers: Bienen! Einen echten Bienenstock! Sie gehören Herrn L. Schömann, einem guten Bekannten unseres Klosters, der sie vor einiger Zeit auf unsrem Gelände aufgestellt hat und versorgt. Den guten Honig seiner Bienen durften wir auch schon verkosten und sind schon gespannt auf den nächsten Honig, der dann aus den Blüten unseres Geländes stammen wird. Wir freuen uns, auf diese Weise einen kleinen Beitrag zu leisten zum Gleichgewicht der Natur. Für uns ist das auch eine Art von Gotteslob…

Wussten Sie, dass Bienen in der Heiligen Schrift mehrmals vorkommen? Einmal, als Honigspenderinnen, in einer der Simson-Erzählungen (Ri 14,8), einmal – bildlich zu verstehen – in einer Prophezeiung (Jes 7,18), zweimal im Schwarm als Bild für Verfolgung (Dtn 1,44 und Ps 118,12) und schließlich kommt einmal der „Bienenfresser“ vor, ein wunderschöner bunter Vogel, der den Israeliten verboten war zu essen (Dtn 14,16). Und natürlich sind die Bienen auch mit dabei, wenn alle Tiere und die ganze Natur aufgefordert werden, mit uns zusammen den Schöpfer zu preisen – ein urbiblisches Tun!

Wir schließen nicht nur alle Menschen, sondern die ganze Schöpfung, die in unseren Tagen so gefährdet ist, in unser Gotteslob mit ein. Wer Gott lobt, kann nicht anders, als auch die Natur nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen – allerdings nicht gegen den Menschen. Nicht nur, weil er auch zu ihr gehört, sondern weil er in ihr eine besondere Rolle spielt, als „Bild Gottes“, wie die Bibel Frau und Mann nennt (vgl. Gen 1,27). Das Wort „Füllt die Erde und unterwerft sie“ (Gen 1,28) ist kein Freibrief zum Ausbeuten, sondern heißt einfach: „Nehmt Platz und bedient euch! Nehmt, was ihr braucht! Seid kreativ und lasst es euch gut gehen in meiner Schöpfung, die ich euch bereitet habe!“

Wenn wir zu einem Gast sagen: „Nimm Platz und bediene dich“, wird unser Gast in der Regel nicht sofort über alles herfallen und es verschlingen, sondern er wird es bewundern und bedachtsam verkosten und den Gastgeber loben. Und alle, die am Tisch sitzen, haben Gemeinschaft miteinander. Das könnte uns in Zeiten des Klimawandels Ansporn sein… Der Klimaschutz könnte gelingen, wenn wir es lernen, Gemeinschaft miteinander zu haben – global. Nichts fordert uns zur Zeit global so sehr heraus wie der Klimawandel.  

Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn,
lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Bienen und Blüten,
lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

nach Dan 3,51-90

Der Imker bei seiner Arbeit
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Besuch der Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen

Mit freundlicher Genehmigung von F. Müller (VdW Südwest)
Architekt Max Dudler bei der Vorstellung des Bauprojekts

Anfang Juli fand die vierte Sommerfachreise zum Thema „Demografie und Wohnen“ in Rheinland Pfalz statt. Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen besuchte verschiedene Wohnprojekte unseres Landes. Es geht um bezahlbares, alters- und generationengerechtes sowie gemeinschaftliches Wohnen in verschiedenen Städten. Eines dieser Projekte ist das Wohnprojekt für betreutes, barrierearmes und bezahlbares Wohnen, das auf unserem Gelände geplant ist. Bauherrin ist die gbt Trier, der wir einen Teil des Geländes für dieses Projekt verpachtet haben. (Näheres dazu hier).

Ministerin Doris Ahnen besuchte das vom ebenfalls anwesenden renommierten Architekten Max Dudler (Zürich) entworfene Bauprojekt, das sich derzeit noch in der Planungsphase befindet,  zusammen mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen und der Architektenkammer Rheinland Pfalz, begleitet von Bürgermeisterin Elvira Garbes, Baudezernent Andreas Ludwig, dem Vorstand der gbt, Dr. Stefan Ahrling und Heinrich Masselter sowie dem ebenfalls beteiligten Architekten Peter Hardt aus dem deutsch-luxemburgischen Architektenbüro Weltzel-Hardt aus Trier, dem derzeitigen Kürenzer Ortsvorsteher Bernd Michels, dem Generalsuperior der Barmherzigen Brüder, Bruder Peter Berg und weiteren Vertretern des Vorstands der Barmherzigen Brüder sowie dem Leiter des Caritasverbandes Trier, Dr. Bernd Kettern. Die Barmherzigen Brüder und der Caritasverband werden die Verantwortung für die praktische Umsetzung des Projektes (Betreuung, Pflege, Hauswirtschaft etc.) übernehmen. Ebenfalls anwesend waren Vertreter der  Immobilienabteilung unseres Bistums, die das Projekt von Anfang an durch Rat und Wissen wohlwollend begleitet haben.

Foto (auch die beiden folgenden): Südwestrundfunk (mit freundlicher Genehmigung)
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Einladung zum Gebet um geistliche Berufe

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinschaft, liebe Gäste!

Vielleicht habt Ihr mitbekommen, dass am 12. Mai, dem letzten Tag der diesjährigen hl. Rock-Tage – es war der Weltgebetstag für geistliche Berufe – ein 24-Stunden-Gebet in der Trierer Liebfrauenbasilika stattfand. Der Tag (und die Nacht!) war vom Team der Jugendarbeit und der Berufungspastoral des Bistums mit viel Liebe vorbereitet und durchgeführt worden. Wir Schwestern waren am Sonntag Nachmittag dort, und wir können sagen: Die Atmosphäre stimmte. Die Texte, die Gebete, die persönlichen Zeugnisse, die Stille, die Symbole… Alles drückte Sehnsucht, Offenheit, Präsenz und Gemeinschaft aus – Spuren des Heiligen Geistes in unserer Zeit. Es konnte aber auch keine geeignetere Kirche dafür ausgewählt werden als Liebfrauen, die so viel Gemeinschaft und Schönheit des Glaubens zum Ausdruck bringt. Mit dezenten Lichteffekten wurde der Blick der Beterinnen und Beter wohltuend auf Wesentliches gerichtet – auf Symbole und Räume der Gegenwart Gottes. Solche „Äußerlichkeiten“ spielen keine geringe Rolle, wenn es darum geht, die Herzen zu öffnen und Geborgenheit im Glauben zu spüren, aber beten kann man natürlich überall.

Das 24-Stunden-Gebet um geistliche Berufe fand nicht nur in Trier statt, sondern an vielen Orten in deutschsprachigen Ländern. Näheres dazu findet Ihr hier: https://www.werft-die-netze-aus.de

Das heißt, rund um die Uhr versammelten sich Gläubige in bestimmten Kirchen und beteten in diesem Anliegen. Bei der abschließenden Anbetungsstunde in Liebfrauen wurde die sogenannte „Berufungsmonstranz“ gesegnet und auf den Weg gebracht, die nun von Pfarrei zu Pfarrei oder von Kloster zu Kloster weitergereicht wird – je nachdem, wer mitmachen will –, um  weiterhin in diesem Anliegen besonders zu beten und das Anliegen Jesu zu verwirklichen: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter für seine Ernte aussende.“ Im Klartext: Gott zwingt uns solche „Arbeiter“ keineswegs auf. (Was sollten die auch tun, wenn sie nicht willkommen wären!) Er stellt sie nicht einfach irgendwo in die Landschaft, nach dem Motto: „So, jetzt macht mal.“ Sie sind auf offene Herzen angewiesen. Sie müssen willkommen sein, erwartet werden. Sie brauchen Raum zum Wirken, um die frohe Botschaft Gottes zu verkünden. Und, ganz wichtig: Ihre Berufung muss reifen und gedeihen können, mit der Hilfe und Wertschätzung aller – und ihrem Gebet! Gott geht es nicht darum, „angebettelt“ zu werden. Es geht darum, dass wir wirklich offen sind für seine kostbaren Geschenke, dass wir sie wertschätzen, ja nach ihnen verlangen und dies auch ausdrücken, damit Gottes neue Welt unter uns wachsen und gedeihen kann.

Wir begehen gerade die sogenannten „Bitttage“ vor Christi Himmelfahrt. Traditionell bittet man an diesen Tagen um eine gute Ernte. Man kann – sehr menschlich ausgedrückt – sagen: Die Menschen gaben Jesus kurz vor seiner Himmelfahrt noch dieses existenzielle Anliegen mit in den Himmel – bis heute. Mancher mag es belächeln, aber die Menschen empfanden eben sehr plastisch und konkret. Früher waren sie ja auch noch viel radikaler als wir heute (meinen…) auf gute Ernten angewiesen. (Wobei der fortschreitende Klimawandel uns auch schon eines Besseren belehrt hat und zeigt, wie angewiesen wir nach wie vor sind…) Daher gingen sie betend durch die Feldwege ihrer Ortschaften und segneten die jungen Früchte. So vertrauten sie ihre Arbeit Gott an und hofften auf ein gutes Gedeihen.

Man kann durchaus auch an die geistige Ernte denken, für die wir dringend Arbeiter brauchen, und an den geistigen Klimawandel unserer Zeit. Daher sind wir froh, gerade an diesen Bitttagen die „Berufungsmonstranz“ bei uns haben zu dürfen. Es geht dabei nicht um diese besondere Monstranz als „Gerät“ – schließlich ist die eucharistische Gegenwart Christi wichtiger als die „Hülle“, die sie birgt –, sondern um das Zeichen, das helfen kann, dieses Gebetsanliegen wirklich ernst zu nehmen, in Mit-Verantwortung für unser Bistum. Man muss sich das vorstellen wie eine Art Staffel, die immer weitergereicht wird, mit der eine Aufgabe zu erfüllen ist: solange man sie bei sich hat, für öffentliche eucharistische Anbetungsstunden zu sorgen, in denen in diesem Anliegen besonders gebetet wird. Mitmachen können Pfarreien, Klöster, geistliche Zentren etc., also überall dort, wo öffentlich Liturgie gefeiert wird.

Von Dienstag, den 28. Mai, bis zum Fest Christi Himmelfahrt wird die Monstranz nun bei uns sein. Wir werden am Dienstag 28. und Mittwoch 29. nach der Vesper (um 17.30 h) eine eucharistische Andacht halten in diesem Sinne. Danach ist stille Anbetung bis zur Komplet. An Christi Himmelfahrt feiern wir um 7.30 h die hl. Messe und danach wird das Allerheiligste erneut in dieser Monstranz ausgesetzt sein bis 12.00 h. Wir laden Euch alle herzlich ein, mit uns zu beten, und würden uns über Euer Kommen sehr freuen.

Und für die, die nicht kommen können: Betet dort mit, wo Ihr seid! In Gottes Geist können wir überall „online“ sein und betend Einfluss nehmen auf den Gang unserer Zeit.  

Herzliche Grüße aus Kürenz,

Eure Trierer Benediktinerinnen

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Zum Gedenken an † Dr. Engelbert Felten

08.09.1954 – 03.03.2019
Foto: Felixianum Trier

Mit großer Bestürzung erhielten wir die Nachricht vom plötzlichen Heimgang unseres langjährigen Hausgeistlichen Dr. Engelbert Felten. Seit 1986 feierte er Tag für Tag mit uns die hl. Messe – 33 Jahre lang, in beeindruckender Treue.

Seine Freude am Glauben, sein Engagement für die Kirche, seine tiefgründigen Sonntagspredigten und täglichen lebensnahen Impulse, sein tiefer Sinn für Kunst, Musik und Literatur, sein freudiger Gesang, sein aufrichtiges Interesse am Leben unserer Gemeinschaft und jeder einzelnen Schwester, und in alledem seine Treue als Priester werden uns unvergesslich bleiben. Wir danken Gott für sein Leben und auch dafür, dass Er ihn uns so lange zur Seite gestellt hat.

Engelbert Felten wurde am 8. September 1954 geboren. Er wuchs mit seinen Geschwistern in Kenn bei Trier auf und fand schon früh in seinem Leben Freude am kirchlichen Leben und vor allem an der Musik. Früh verlor er seine Mutter und einen seiner Brüder. Im Glauben fand er Trost und Halt. Aber nicht nur um Trost und Halt ging es ihm im Glauben, er wollte sich von ganzem Herzen engagieren für Gottes neue Welt, die Botschaft des Evangeliums den Menschen verkünden. So entschloss er sich, Priester zu werden. 1980 wurde er im Trierer Dom geweiht. Danach war er zwei Jahre Kaplan in Boppard und von 1982 bis 1986 Religionslehrer am Staatlichen St. Matthias-Gymnasium in Gerolstein. Im September jenen Jahres begann er seine Tätigkeit als Hausgeistlicher bei uns im Kloster. 1987 machte er eine Zusatzausbildung in Homiletik und erhielt vorübergehend einen Lehrauftrag an der Universität Würzburg. Von 1988-1998 wurde er zum Lehrbeauftragten für Homiletik an der Theologischen Fakultät Trier und am Institut für Pastoralpsychologie und Homiletik des Bischöflichen Priesterseminars Trier ernannt. Seit 1994 war er nebenamtlicher Referent für die Priesterfortbildung im Bischöflichen Generalvikariat Trier. 1996 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert, 1998 zum Dozenten ernannt. Vom Jahr 2000 bis 2015 leitete er – meist von Trier aus – das theologisch-pastorale Institut der Bistümer Mainz, Limburg und Trier. Nach Beendigung dieses Dienstes übernahm er seelsorgliche Aufgaben als Kooperator der Pfarreiengemeinschaft Waldrach. Zudem war er an der noch jungen Idee des Orientierungs- und Sprachenjahres des Felixianums in Trier als Mitglied des Seminarkollegiums  von Anfang an beteiligt und hat dort in Bibelschulungen segensreich gewirkt. 

Alle diese Tätigkeiten hinderten Herrn Dr. Felten nicht daran, täglich mit uns die hl. Messe zu feiern – bis auf kleinere Unterbrechungen. Die morgendliche Eucharistiefeier und die Schriftlesung eine halbe Stunde zuvor in der Sakristei waren ihm als Quelle und Nahrung für sein Glauben und Handeln äußerst wichtig. Mit unglaublicher Beständigkeit hielt er diesen täglichen Rhythmus ein. Das spürten wir nicht zuletzt in der Art, wie er die hl. Messe feierte: ganz dabei, mit immer aktuellen Impulsen, mit Freude am Gotteslob und einem Herzen, das für die Nöte der Menschen schlug. Wir werden ihn sehr vermissen.

Möge er ruhen in Frieden und leben in Gottes neuer Welt.

Die Beerdigung findet am Freitag, 15. März um 13.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Trier statt, anschließend Sterbeamt in der Jesuitenkirche Trier.

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Neu: Adventskalender

In diesem Jahr bieten wir erstmals einen Online-Adventskalender mit von uns erstellten Impulsen an. Ihr könnt ihn hier herunterladen, zumindest das Deckbild, auf dem Ihr die Zahlen der einzelnen Tage finden könnt. Mit den Zahlen ist der entsprechende Impuls verknüpft, der aber erst an dem jeweiligen Tag freigeschaltet wird.

Ihr werdet auf dem Deckbild keine weihnachtlichen Motive finden. Denn für uns ist Advent eine Zeit der Erwartung, nicht bloß eine „Vorweihnachtszeit“. Der Sonnenuntergang auf dem Deckbild (von unserem Nachbarn Gerhard Martin fotografiert) drückt aus, dass eine „alte Welt“ vergeht und einem neuen Licht Platz macht. Der neue Sonnenaufgang ist Christus selbst, dessen Liebe in dieser Welt herrschen will. Dieser neuen Welt Gottes einen Weg zu ebnen ist unsere vornehmste Aufgabe. Das meint Advent.

Eine weitere Besonderheit unseres Kalenders: Er endet nicht mit dem 24. Dezember, sondern geht bis zum 25., dem eigentlichen Hochfest.

Wir laden Euch herzlich ein, mit uns den Weg nach „Bethlehem“ bewusst zu gehen. Täglich bieten wir Euch einen Impuls an, der Euch auf dem Weg begleiten kann. Als Orientierung dienten bei der Erstellung der Impulse die Tagesgebete der Liturgie, mit denen auch jeder Impuls endet, und in der letzten Woche die sogenannten O-Antiphonen. Die Impulse werden am jeweiligen Tag automatisch freigeschaltet, nicht vorher. Nachlesen wird man sie aber immer können. Ihr könnt sie entweder über das Deckbild des Adventskalenders finden, indem Ihr das entsprechende Datum auf dem Bild sucht, oder über unseren Blog.

Grundsätzliches zum beliebten Brauch des Adventskalenders und seiner Geschichte könnt Ihr hier nachlesen.

 

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+ Weihbischof Leo Schwarz

Am 26. November traf uns die Nachricht vom Heimgang von Weihbischof Leo Schwarz.  Er bleibt uns unvergesslich als ein Mensch, der seinen Glauben mit warmer Leidenschaft und großer Sympathie zu den Menschen gelebt hat, besonders zu den Menschen in Bolivien, unter denen er lange Zeit gelebt und gewirkt hat. Gern erinnern wir uns an seine gelegentlichen Besuche bei uns und nicht zuletzt an seine große Wertschätzung für unser Leben des Gebetes, die er immer wieder zum Ausdruck brachte. Das tat wohlgemerkt einer, der für die Mission alles gab und sich für die Armen abmühte. Gern versprachen wir ihm bei seinen Besuchen, sein Wirken mit unserem Gebet zu begleiten.

In den letzten Jahren lernten wir seine verschiedenen Schriften schätzen, die er nach seiner Rückkehr aus Bolivien verfasste, gestaltete, binden und verbreiten ließ – immer mit der Bitte um eine kleine Spende für die Menschen in Bolivien. Es waren sehr interessante Dokumentationen, mit vielen Bildern, über seine Erfahrungen in Bolivien, über seine Eindrücke von der Trierer Synode, über die Geschichte unseres Bistums und über Hieronymus Jaegen (1841-1919), dem innig verehrten Trierer Bankier, Parlamentarier und Mystiker, dessen Seligsprechungs-prozess zur Zeit läuft.

Besonders beeindruckend aber war seine Liebe zu den Armen. Ein Satz von Weihbischof Schwarz aus einem Interview zu seinem 85. Geburtstag fasst seinen großen Respekt vor den Armen beeindruckend zusammen: „Man muss sich mit dem Lebensraum der ‚kleinen Leute‘ vertraut machen und lernen, dass sie viel mehr Qualifikation haben [als man meint]. Es sind Menschen, die ihre Würde und Qualitäten haben. Und ich glaube, das ist von uns noch nicht erkannt worden. Dieser Prozess ist weltweit noch nicht gelungen, und er muss auch in der Kirche weitergeführt werden.“

Es wäre zu wünschen, dass die Gedanken und Schriften von Weihbischof Schwarz einmal einem größeren Kreis bekannt werden, denn sie sind es wert, nicht vergessen zu werden, wie überhaupt seine überaus menschenfreundlichen und vom Geist erfüllten Spuren, die er hinterlassen hat .

Möge er in Gott Frieden und ewige Freude finden.

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Buchempfehlung

Wir empfehlen folgendes lesenswerte Buch über ein zentrales, wenn nicht sogar das zentralste Thema menschlichen Lebens: die Liebe. Es ist vor wenigen Wochen von Professoren der theologischen Fakultät Trier herausgegeben worden:


Weitere Bücher, an denen wir mitgearbeitet haben, findet Ihr hier.

Das Buch „Hindurch ins Licht“ ist im Handel vergriffen. Ihr könnt es aber bei uns noch bestellen.
Das Büchlein „Aufbrüche“ (über unsere Geschichte und Spiritualität) steht nur noch online als PDF-Datei kostenlos zur Verfügung. Ihr findet es hier.

 

 

 

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+ Sr. Mechtild Becker

Am 7. Juni 2018, dem Vorabend des Herz-Jesu-Festes, rief der gütige und barmherzige Gott unsere liebe Schwester M. Mechtild Becker im Alter von 92 Jahren, im 32. Jahr ihrer Profess, nach längerer Krankheit zu sich. Wir danken Gott für das Leben unserer Mitschwester. Möge sie ruhen und sich ewig freuen in seinem Frieden.

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