Gebetsanliegen für September 2020

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Universal – Respekt für die Rohstoffe unseres Planeten:
Wir beten dafür, dass kein Raubbau an den Rohstoffen unseres Planeten betrieben wird, sondern dass sie gerecht und nachhaltig verteilt werden.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für die Beschäftigten und Ehrenamtlichen in den Caritasverbänden, die sich für benachteiligte und bedürftige Menschen einsetzen.

Für alle, die ein Mandat in Orts- und Stadträten innehaben und für das Wohl der Menschen in den Städten und Gemeinden unseres Bistums arbeiten.

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Gebetsanliegen für August 2020

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Evangelisation – Die Weltmeere:
Wir beten für alle die auf den Weltmeeren arbeiten und davon leben; unter anderem für Matrosen, Fischer und für ihre Familien.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für alle Menschen, die in unserem Bistum Urlaub machen und Erholung suchen, und für die Priester, die aus anderen Ländern zu Urlaubsvertretungen zu uns kommen.

Für alle, die in diesem Jahr aus dem Berufsleben ausscheiden, und für jene, die sich mit der gewonnenen Kraft und Zeit ehrenamtlich einbringen.

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Gebetsanliegen für Juli 2020

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Universal – Unsere Familien:
Wir beten dafür, dass die Familien unserer Tage mit Liebe, Respekt und Rat begleitet werden.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für die Menschen, die unter Einsamkeit leiden, und für alle, die ihnen in Besuchsdiensten und Nachbarschaftshilfe Zeit schenken.

Für die Christen anderer Kultur und Muttersprache, die in unserem Bistum eine neue Heimat gefunden haben.

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Gebetsanliegen für Juni 2020

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Evangelisation – Der Herzensweg:
Wir beten dafür, dass alle, die leiden, vom Herzen Jesu berührt werden und dadurch ihren Weg zum Leben finden.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für die Brautpaare, die sich in diesem Jahr das Jawort geben, und für alle Paare, die ein Ehejubiläum feiern können.

Für schwangere Frauen in Konfliktsituationen und für alle, die ihnen helfen, Ja zu ihrem Kind zu sagen.

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Wo Honig fließt… – ein Bild biblischer Fülle

Vor einiger Zeit erzählten wir von den neuen Bewohnerinnen unseres Klostergartens: Bienen! Nun können wir den ersten Ertrag ihrer Arbeit auf unserem Gelände verkosten. Dankenswerter Weise hat uns der Imker, Herr Schömann, ein paar Honiggläser geschenkt. 

Honig ist in der Hl. Schrift immer ein Bild für die verheißene Lebensfülle Gottes. Er taucht 62 mal auf, fast immer in Verbindung mit Milch bzw. mit dem „gelobten Land, in dem Milch und Honig fließen“.

Ostern heißt nicht, dass wir erst nach unserem Tod zu einem neuen Leben im Jenseits auferweckt werden. Nein, dieses neue Leben ist längst schon da! Solange wir auf Erden leben, feiern wir Ostern nicht für „das Jenseits“, sondern für unser Leben hier und jetzt, das mit neuer, durch nichts zerstörbarer, über den Tod hinausreichender Hoffnung beschenkt ist. Denn die ganze Schöpfung soll teilhaben am neuen Leben, das durch die Auferstehung Jesu Christi in die Welt hereingebrochen ist. Sie soll teilhaben am Geschenk seiner Liebe, die den Tod besiegt. „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, und alles Fleisch wird sie sehen.“ (Jes 40,5)

Nicht eine rein innerweltliche materielle Bereicherung oder eine Art Schlaraffenland ist damit gemeint, der den „Himmel“ ausschließt und sich im bloßen Diesseits wohnlich einrichtet (als wäre das alles), sondern eine für alle zugängliche Lebensfülle, die den Himmel spiegelt und auf ihn weist. Geteilt miteinander, ohne irgendjemand auszuschließen, macht sie die Schöpfung zum Tempel Gottes. Das ist letztlich auch gemeint mit dem rätselhaften Wort von der „Auferstehung des Fleisches“, das noch unseren Großeltern sehr geläufig war, oder auch wenn wir im Vaterunser beten: „… wie im Himmel so auf Erden“.

Und diese Lebensfülle hört nicht auf, auch dann nicht, wenn wir sterben. Sie hat ihr ewiges Finale im Himmel, wenn Zeit und Raum und alle Einschränkungen, denen wir jetzt noch ausgesetzt sind, keine Rolle mehr spielen.

An Pfingsten feiern wir, dass Gottes Geist über alles Fleisch ausgegossen wird. Gottes Geist zu empfangen und danach zu leben ist sicher kein Honigschlecken. Es fordert auch heraus. Aber der süße Honig ist dennoch ein schönes und schmackhaftes Bild für die Fülle des Geistes.

Eigentlich sollten Milch und Honig einen prominenten Platz beim Pfingstfrühstück bekommen… 

Foto: Sr. Stephanie Mertes
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Gebetsanliegen für Mai 2020

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Evangelisation – Für die Diakone:
Wir beten dafür, dass die Diakone durch ihren treuen Dienst am Wort und an den Armen ein inspirierendes Zeichen für die ganze Kirche sind.


Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für die Frauen und Männer, die sich auf einen kirchlichen Beruf oder den geistlichen Dienstvorbereit en , und für alle, die sie ausbilden und begleiten.
Für unsere Mitchristen in Luxemburg, die das 150-jährige Bestehen ihrer Diözese feiern, und für unsere Nachbarbistümer in Deutschland, Frankreich und Belgien.


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Auferstanden

Niemand hat es gesehen,

niemand hat es fotografiert,

niemand hat es gefilmt.

Und doch glauben wir.

Dass Gottes Liebe stärker ist als der Tod.

Daraus haben unzählige Menschen gelebt.

Und unzählige Menschen leben heute daraus.

Aus dieser Liebe, die Tod und Sünde besiegt.

Leben schon in der Auferstehung

mit Leib und Seele,

werden verwandelt Tag für Tag in sie hinein,

durch den Tod zum Leben,

als unendlich Geliebte,

in der Liebeskraft des Gekreuzigten und Auferstandenen.

Und antworten

als Freunde Jesu,

als Beschenkte,

als Weitergebende,

hoffend und liebend,

ob in der Gemeinschaft der feiernden Gemeinde

oder in ihren Häusern und auf ihren Wegen.

Bei aller Schwäche ihres Noch-Unterwegsseins.

Gesegnete Ostern!

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Begraben

Wie ein Weizenkorn in die Erde wird Jesus ins Grab gelegt.

Alles schweigt – bis Gott wieder spricht.

Jesus, lass uns mit Dir schweigen. Schweigen und harren auf Gott. Harren wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, bald aber reiche Frucht bringen wird. Deine heilige Gegenwart erfülle uns mit neuem Leben. Sie erwecke  die vielen Corona-Toten und alle anderen Verstorbenen zu einem neuen Leben in Gott. Und sie erwecke neu unsere Kirche und alle Menschen auf der ganzen Welt, die bereit sind zu glauben, zu hoffen und zu lieben. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Abschied

Erneut tritt Maria ins Bild. Sie darf ihren toten Sohn noch einmal in den Arm nehmen, in ihrem Schoß bergen und sich von ihm verabschieden. Auch diese Szene ist nicht biblisch bezeugt, aber sie zeigt die innige Verbindung zwischen Mutter und Sohn.

Wie sollten wir in der gegenwärtigen Krise nicht an die vielen Menschen denken, denen dieser Abschied von ihren verstorbenen Liebsten nicht mehr möglich ist? Wegen der Ansteckungsgefahr… Maria ist auch mit dem Schmerz dieser Menschen. Welcher Schmerz es auch immer sei, jeder hat für sich sein Gewicht. Alles können wir mit dem toten Jesus in ihren mütterlichen Schoß legen.

Maria, zeige Dich auch uns als Mutter. Zeige uns Deinen Sohn. Zeige uns seine unermessliche Liebe und führe uns zu ihm. 

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Es ist vollbracht

Nachdem Jesus den Weg zur Kreuzigungsstätte fast nur schweigend ging, kommt er am Kreuz unmittelbar vor seinem Tod nach der Darstellung der Evangelisten (wenn man alle zusammen nimmt) noch siebenmal zu Wort. Es mag kein „Protokoll“ sein, denn es ist fraglich, ob ein so Sterbender noch so viel sprechen kann und man ihn dann auch noch versteht. Verstehen wir es als  Deutung seines Todes, aber auch als sein Vermächtnis, als das, was er uns unbedingt noch zu sagen hat. In jedem seiner Worte pulsiert unendliche Liebe.

Er spricht zu seinem himmlischen Vater und zu fast allen, die bei ihm sind, als wolle er über jeden von ihnen seine Liebe ausgießen. Und nicht nur „als wolle er“, sondern er tut es auch, während er sein irdisches Leben mit diesen letzten Worten aushaucht.

Am häufigsten richtet er das Wort zu seinem himmlischen Vater, den er jetzt weit weg empfindet:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mk 15,34; Mt 27,46; Psalm 22,2)

„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46)

Jeder Kommentar erübrigt sich. Was er seinem Vater sagt, ist erschütternd, voll Barmherzigkeit zu den Menschen  – er sorgt sich um die Seele seiner Peiniger! – und mitten in dieser größten Dunkelheit, in der Gott sich so abwesend anfühlt, zutiefst vertrauensvoll.

Zum Mitgekreuzigten neben ihm sagt er: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23,43)

Das sagt er zum schuldigen Menschen neben ihm, das sagt er zu jedem von uns. Ein kleines Zeichen unserer Bereitschaft, ein aufrichtiges „Denk an mich“ genügt ihm. Sofern es von Herzen kommt, wie bei diesem Schächer. Er hält uns bereits heute den Platz frei im Paradies seiner Liebe.

Zu seiner Mutter am Fuß des Kreuzes sagt er: „Frau, siehe, dein Sohn!“ und zum Jünger Johannes neben ihr: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,26–27)

Noch in dieser schweren Situation sorgt er für sie, die wahrscheinlich schon Witwe war, und für den Lieblingsjünger, den einzigen, der bis zum Kreuz durchgehalten hat, damit er mit seinem Schmerz nicht allein bleibt.

Beim Wort „Mich dürstet.“ (Joh 19,28) ist nicht klar, zu wem er das sagt. Der Evangelist Johannes deutet dieses Wort als „Erfüllung der Schrift“. Das ist wohl eine Anspielung auf Psalm 69,22, wo es heißt: „Für den Durst reichten sie mir Essig.“ Es heißt bei Matthäus, Markus und Johannes, dass sie ihm nach diesen Worten Essig zu trinken gaben, vielleicht zur Betäubung des allergrößten Schmerzes. Das Wort ist aber auch uns gesagt.  Jesus dürstet nach unserer Antwort auf seine Liebe.

Und schließlich das Wort: „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)

Das ist allen Nahen und Fernen gesagt, in alle Zeiten hinein, bis zu seiner Wiederkunft. Seine Liebe ist ausgegossen in die Welt und wird nie mehr aus ihr verschwinden.

Durch Deinen Tod, Jesus, stirbt der Tod. Nimm uns auf in Dein Leben. Lass uns leben durch Dich. Lass den Samen Deiner Liebe in uns aufgehen. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Festgenagelt

Jesus, die Mensch gewordene Liebe – Gott – festgenagelt.

Dem Tod ausgeliefert.

Werden wir das je verstehen?

Wo Gottes Wort festgenagelt am Pfahl hängt,

ist jedes menschliche Wort zu viel.

Jesus, birg uns in Deinen Wunden, birg uns in Deinem offenen Herzen. Das ans Kreuz festgenagelte Wort der Liebe Gottes ist nicht unterzukriegen. Genau da, im tiefsten Grauen regt sich das Neue. Die festgenagelte Liebe, die Du nicht aufgegeben hast, und die nicht sterben wird – auch wenn sie durch den Tod geht. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Des letzten Hemdes beraubt

Es gibt für einen Menschen kaum etwas Demütigenderes, als wenn ihm die Kleider vom Leib gerissen werden und er nackt und schutzlos ausgeliefert vor gehässigen Menschen steht. Jesus ist es so ergangen und mit ihm sehr vielen Menschen, die auf diese Weise gedemütigt werden: Menschen, die sexuell missbraucht werden – gerade jetzt während der Ausgangssperre in vielen Ländern bekommt niemand mit, was in mancher Familie geschieht… -, und auch Menschen, die um ihres Glaubens willen oder aus anderen Gründen verfolgt werden.

Es gibt aber noch mehr Weisen, wie Menschen ihres Schutzes beraubt werden. Normalerweise richten wir uns in unserem Leben so ein, dass wir einigermaßen gut leben können. Wir haben eine soziale Struktur, Familie, Freunde, ein Zuhause, Aufgaben, Einkommen, Sprache, Kultur, Gewohnheiten… Das alles ist nicht überflüssiges Beiwerk, es schützt uns, es hält uns stabil, es ermöglicht uns, uns nach außen auszudrücken, Beziehung aufzunehmen, uns zu entfalten. Und das gehört ganz wesentlich zu uns. Doch vieles davon bricht zur Zeit für sehr viele Menschen weg. Für die einen ist es nur eine interessante Erfahrung, sie begrüßen vielleicht auch die Ruhe, für andere ist es wirklich tragisch. Es sind die, die sowieso schon durch alle Raster fallen: Flüchtlinge (in bestimmten Gegenden), Obdachlose, extrem  arme Menschen, um nur einige Gruppen zu nennen. Die Corona-Krise reißt ihnen quasi ihr letztes Hemd vom Leib, raubt ihnen ihre letzte Würde.

Nackt und schutzlos steht Jesus da vor der gaffenden Menge, der Leib mit Wunden übersät. Nach all den Strapazen wird ihm das Letzte noch genommen, buchstäblich das letzte Hemd. Wenn Einer den heute schutzlos Ausgelieferten nahe ist, dann Jesus. Vielleicht fragen wir arrogant: „Was hilft ihnen das?“ Wir sollten besser fragen: „Wenn Jesus ihnen so nahe ist, sollten wir es dann nicht auch sein, die wir vorgeben, an Jesus zu glauben? Üben wir nicht sogar Verrat an ihm, wenn wir nicht alles versuchen, um ihr Schicksal zu erleichtern und ihre Würde zu schützen? Sollten wir die Würde des Menschen nicht über alles schützen, und zwar grundsätzlich, unabhängig von seinem Verhalten, Aussehen, Herkunft usw.? Sollte das nicht unser erstes Anliegen sein?

Jesus, wenn wir den leidenden Menschen nahe sind, dann sind wir Dir nahe. Aber oft fühlen wir uns machtlos, unsere Hände sind gebunden. Viele Situationen sind so komplex, dass wir oft gar nicht wissen, was das Richtige wäre. Diese Einsicht lässt uns manchmal wie gelähmt auf unserer Couch hocken, während wir die schrecklichen Bilder an uns vorbeiflimmern lassen. Wir unterschätzen das Kleine, das Wenige, das wir tun können, um Menschen wertzuschätzen und ihre Würde zu schützen. Es ist wenig, und hat doch große Wirkung. Gib uns Klarheit, Phantasie und Mut, um alle Menschen in ihrer Würde zu achten und etwas zu ihrem Schutz beizutragen – aus der Quelle Deiner bedingungslosen Liebe heraus. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Der zusammengebrochene Gott


Der „dritte Fall“ Jesu wird in der Kunst meist als der heftigste dargestellt. Jesus scheint zu kapitulieren. Sein Kreislauf bricht zusammen, er wird ohnmächtig und fällt aufs Gesicht, das Kreuz fällt auf ihn.

Ein erschütterndes Bild. Was ist das für ein Gott, der sich uns so zeigt? Ein Gott, der von der Last, die er zu tragen hat, überwältigt wird? Kein Wunder, wenn Menschen spätestens hier zu zweifeln beginnen und sich fragen: Wie kann das sein? Wird hier nicht eine sehr menschliche Erfahrung des Zusammenbruchs auf Gott übertragen, sozusagen auf ihn abgewälzt, weil sie so unerträglich ist? Ähnlich wie wenn man sich an Menschen gesundstößt, sie herabsetzt, sie erbärmlich macht, um selbst groß dazustehen? Aber warum sollte der Mensch das tun, wenn es um Gott geht? Suchen wir nicht eher einen Gott, der uns aufhebt und trägt, und nicht einen, der überwältigt wird? Was hätten wir davon?

Es bleibt erschütternd. Alle theologischen Deutungsversuche können und müssen dieses Geschehen zwar in einem größeren Zusammenhang sehen, der die Auferstehung gläubig mit einbezieht, aber an der Erschütterung dieses Bildes kommt dennoch niemand vorbei, der die christliche Botschaft ernst nehmen will.

Viele Menschen, die unter der Last ihres Lebens zusammenzubrechen drohten, haben keinen Bogen um dieses Bild gemacht. Sie ließen sich berühren von der zunächst verstörenden Botschaft. Sie sahen zu ihren Füßen einen „heruntergekommenen“, zusammengebrochenen, ohnmächtigen Gott liegen, der sich mit ihnen zutiefst solidarisiert. Und der sie so von der tiefsten Ebene ihrer Existenz her neu aufrichtet – in einer Weise, zu der kein Mensch Zugang hätte. Es ist die Weise göttlicher Liebe. Und wenn sie das Herz eines Menschen plötzlich trifft, kann sie ein Beben auslösen und diesen Menschen in einer Weise umwandeln, die dem gesamten Leben einen neuen Sinn, eine neue Richtung gibt. Es gibt Menschen, die das tatsächlich so erlebt haben und von einer solchen Erfahrung ihr Leben lang zehren.

Diese Art göttlicher Liebe kann aber nicht einfach „nachgeahmt“ werden. Wir helfen einem Corona-Kranken etwa nicht, indem wir uns aus Solidarität mit ihm bewusst selbst infizieren und uns neben ihn auf die Intensivstation legen. Doch wo unvermeidbares Leid, von dem wir uns nicht so schnell oder gar nicht befreien können, uns trifft, sind wir immer frei, es im Geist der Solidarität zusammen mit anderen oder für sie zu tragen, ihm einen Sinn, eine Richtung als Ausdruck der Liebe zu geben. Diese Freiheit bleibt uns immer, und damit sind wir in der Lage, Sinnlosigkeit aufzubrechen, solange wir bei Bewusstsein und in der Lage sind, eine innere Haltung einzunehmen. So tat es etwa Edith Stein, als sie bei ihrer Verhaftung durch die GESTAPO zu ihrer Schwester Rosa sagte: „Gehen wir für unser Volk.“ Oder Viktor E. Frankl, der sich im Elend und in der Ohnmacht des KZ vorstellte, wie er später seinen Studenten von seinen Erfahrungen und Erkenntnissen im KZ erzählen würde. Er trug das Leid quasi für sie, um ihnen später wichtige Lebenserfahrungen weitergeben zu können. Und er wird später glaubwürdig sagen, das habe ihm das Leben gerettet. Bei jedem Leid, das mich trifft, kann ich mich innerlich mit Menschen verbinden, und ihnen im Herzen sagen: „Für dich.“ Auch wenn es „nur“ im Herzen gesagt ist: Es bleibt nicht ohne Frucht. Ich kann in meinem Leid an ihrem Leben und Leiden Anteil nehmen, ihnen auf der Ebene des Herzens – und wenn’s geht auch äußerlich – Heil und Segen zusprechen. Zu so etwas sollte man sich aber nicht auf Biegen und Brechen zwingen. Es muss von innen wachsen und es muss „stimmen“, Ausdruck der Liebe sein, nicht des Zwanges. Aber wenn – mit Jesus unterwegs – der Durchbruch von der Ohnmacht zur Liebe gelingt, fließt eine ungeheure Kraftquelle mitten in der Wüste der Ohnmacht.  

Wir erleben gerade weltweit eine Zeit großer Ohnmacht. Millionen Menschen brechen unter der Last eines tückischen Virus zusammen, und viele von ihnen werden sich auf dieser Welt nie wieder aufrichten. Und so viel Anderes bricht im Moment mit zusammen: Gesundheitssysteme, Krankenhausbetriebe, kirchliches Leben, kulturelle Angebote, Lieferketten, Volkswirtschaften, Existenzen, soziale Strukturen – und nicht zu vergessen die psychische Stabilität sehr vieler Menschen. Das ist ein weltweiter Ausnahmezustand, dessen Folgen wir noch nicht absehen können. Und doch offenbart er, was menschliche Wirklichkeit angeht, nichts „Neues“. Er deckt nur auf und verschärft auf tragische Weise, was menschliches Leben immer bedroht und jeden Menschen todsicher einmal einholt: der endgültige Zusammenbruch der Kräfte, wenn die Stunde des Todes gekommen ist.

Jesus, wenn Leid sehr viele Menschen gleichzeitig bedrängt, hörst Du plötzlich viel von uns! Überall wird gebetet: online, still, mit Glockengeläut… Immer wieder soll sich die ganze Welt zu bestimmten Zeiten betend im Geist versammeln, selbst Politiker rufen dazu auf. Das muss Dich doch rühren! Nur – wie sehen wir Dich? Passt unsere Zuflucht zum Allmächtigen zu Deinem ohnmächtigen Zusammenbruch unterm Kreuz? Klar, Du bliebst ja nicht da liegen. Du bist auch der Auferstandene, der Gott, der Tod und Hölle besiegt hat. Wir haben also allen Grund, zu Deiner Allmacht Zuflucht zu nehmen – während wir zugleich das Unsrige tun. Aber – bist Du der Gott, der bloß vor Viren und anderen Gefahren schützt bzw. diese mit einem Fingerschnipsel unschädlich machen kann? Oder bist Du die unendliche Liebe, die uns durch das Nadelöhr des Vertrauens führt? Lass uns Dich und Deine Liebe zu uns klar erkennen, gerade da, wo sie zunächst fast verstörend auf uns wirkt, weil wir sie noch nicht verstehen. Führe uns durch Dein Leiden und Kreuz in ein Leben der Fülle ewiger Liebe, das durch nichts mehr zerstört werden kann. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Gegenseitige Anteilnahme

Auf dem Kreuzweg, so wie er seit Jahrhunderten nachgegangen und betrachtet wird, finden wir nicht nur die Stationen mit den drei Stürzen Jesu, die sich ins fromme Gedächtnis der Christen eingebrannt haben, sondern auch drei Begegnungen auf dem Weg, die Jesus selber viel bedeutet haben dürften. Es ist wohl nicht übertrieben, diese Begegnungen auch als drei „Aufrichtungen“ zu deuten, als Zeichen menschlicher Nähe und Ermutigung, die ihn wieder aufrichteten. Man darf ja nicht vergessen, dass der Trost vom himmlischen Vater für Jesus in diesen letzten Stunden seines Lebens nicht mehr spürbar war, wie sein Schreien zum Vater am Kreuz erkennen lässt. Der Vater verließ ihn sicher nicht, aber er war in dem unvorstellbaren körperlichen und seelischen Schmerz nicht mehr spürbar. Jesus sah nur noch ein paar Menschen, die ihm nahe waren. Diese kurzen Begegnungen müssen für ihn überaus wichtig gewesen sein.

Die Station mit Simon von Zyrene zählen wir jetzt nicht zu den drei Begegnungen, weil Simon nur gezwungen wurde, Jesus zu helfen. Von einer Begegnung ist dort nicht die Rede. Auf den drei Wegstationen, an denen ausdrücklich Begegnungen im Fokus stehen, geht es um Frauen, die Jesus nahe sein wollten: seine Mutter, ferner die nicht näher bekannte und auch nicht biblisch bezeugte Veronika (wahrscheinlich eine legendäre Gestalt, deren Name „Vera Icona“ bedeutet und damit auf die Erzählung des Schweißtuchs verweist, aber sie steht eben für jene Menschen, die Anteil nehmen und Leid zu lindern versuchen) und schließlich die weinenden Frauen am Wegrand. Auch da ist ausdrücklich von „Begegnung“ die Rede. Letztere sind die einzigen, mit denen Jesus auch spricht. Sonst hören wir während des ganzen Weges kein Wort von ihm.

 „Weint nicht über mich, weint über euch und eure Kinder“, sagt Jesus zu den Frauen am Wegrand. Wie hat er das gemeint? Jesus wollte wohl kaum ihre Anteilnahme abweisen. Sein Wort war nicht als Vorwurf gemeint, sondern eher als ein Spiegel. Vielleicht wollte Jesus ihnen in etwa sagen: „Ja, ich leide, aber nicht blind. Ich leide mit euch und euren Kindern, denn ihr habt in eurem Leben schwere Lasten zu tragen, an die ihr jetzt im Moment nicht denkt, weil ihr wegen mir erschüttert seid. Während ihr mich leiden seht und über mich weint, bin ich in Wirklichkeit euch nahe auf euren Leidenswegen.“ Es ist ein gegenseitiges Anteilnehmen. Die Liebe, die in seinen Worten mitschwingt – davon dürfen wir ausgehen – wird  durch den Tod hindurch siegen. Und an ihrem Sieg werden die weinenden Frauen ebenso Anteil haben, nachdem sie an Jesu Leiden Anteil hatten.

Von dieser Szene aus richten wir erneut unseren Blick auf den schwersten Aspekt der Corona-Krise: die vielen einsam Leidenden, deren Alltag sich jetzt quasi ohne Begegnungen abspielt. Das sind nicht nur die Corona-Kranken auf den Intensivstationen, die sich nach ihren Liebsten sehnen, das sind auch und vor allem ältere Menschen, die unter dem „Kontaktverbot“ empfindlich leiden. Es gibt wohl kaum eine Krise, bei der so viele Menschen so sehr auf sich selbst zurückgeworfen werden wie diese. Das macht sie so gespenstisch. Sicher gibt es viele beeindruckende Hilfen und Initiativen, Gott sei Dank gibt es auch Fernsehen und Internet, „Tele-Konferenzen“ und darin auch echte Begegnungen. Aber nicht alle älteren Menschen sind damit vertraut, und vorbereitet waren sie schon gar nicht. Die soziale Erfahrung während dieser Krise heißt für viele von ihnen „Einsamkeit“, Mangel an Begegnungen. Und das hinterlässt Spuren.

Wir reden jetzt viel davon, dass ältere und vorerkrankte Menschen „geschützt“ werden müssen. Aber was ist damit gemeint? Meistens doch nur der Schutz vor dem Virus. Der Schutz vor der körperlichen Erkrankung hat fast überall absolute Priorität. Natürlich hat das seine Gründe. Aber darf darüber die Seele des Menschen außer Acht gelassen werden? Man würde doch einen bettlägerigen Menschen auch nicht einfach in seinem Dreck lassen oder ihm nichts zu essen geben! Ist die Seele denn weniger wert, dass sie nicht geschützt zu werden braucht? Haben sterbende Menschen nicht das Recht, ihre Liebsten noch einmal zu sehen? Wer schützt die Menschen vor abgrundtiefer Einsamkeit? Um Anteilnahme zu leben, haben heilige Menschen früher auch Ansteckungen riskiert, weil ihnen die Seele des Menschen wichtig war. Wichtiger als der Leib. Auch Jesus kannte keine Berührungsängste gegenüber Aussätzigen. Er schenkte Begegnung denen, die von allen gemieden wurden. Und auf seinem letzten Weg schenkten diese Frauen nun ihm Begegnung, während sich fast alle anderen, einschließlich der Jünger, entsetzt von ihm abwandten.   

Jesus, so menschlich kommst du daher! Schwach, schwankend, durstig nach ein wenig Trost und Anteilnahme… Erhalte uns den rechten Blick und das gesunde Maß für den Menschen und seine tiefen Bedürfnisse. Bewahre uns davor, aus Angst und Panik ihn nur noch wie eine Maschine zu sehen, die zu funktionieren hat. Hilf uns, den Leidenden wirklich nahe zu sein. Und wo wir dies äußerlich nicht können, sei Du ihnen nahe. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen,

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Erneut zu Fall gekommen

Eine der Schreckensnachrichten in der Coronakrise: Die Experten sind sich offenbar einig, dass es nicht bei einer Welle bleiben wird. Die Welt kam einmal zu Fall durch diesen Virus, und sie wird mindestens noch einmal zu Fall kommen, vielleicht wird sogar eine dritte Welle folgen. Zwar werden wir dann hoffentlich besser vorbereitet sein, und noch mehr hoffen wir auf ein wirksames und bis dahin zugelassenes Medikament, das für alle, die es brauchen, verfügbar ist. Am allerbesten wäre natürlich eine Impfung, doch es ist fraglich, ob die dann schon flächendeckend zur Verfügung steht. So bleibt unsere Hoffnung vorerst fragil und wir noch länger anfällig für dieses Virus. Und anfällig für so viele Folgen der Reduktion auf psychischer, sozialer, wirtschaftlicher Art…

Hinter dieser Art von Anfälligkeit gibt es noch eine tiefere Anfälligkeit. Sie steht wohl nicht in einem unmittelbaren kausalen Zusammenhang, kann aber durch diese Krise in vielen Menschen nach außen gekehrt werden, so wie erfreulicherweise auch das Gute offenbar wird. Das haben Krisen an sich. Dort aber, wo nichts Gutes nach außen gekehrt wird, zeigt sich oft Misstrauen und Angst, gekleidet in eine Verabsolutierung des eigenen Ego. Das zeigt sich im Kleinen, wenn jemand in eine Bunkermentalität verfällt und den anderen noch die letzte Klopapierpackung  wegnimmt, obwohl er selbst mehr als genug hat, und im Großen, wenn ein Staatsmann, der anfangs das Virusgeschehen herunterspielte, nun, wo das Ausmaß der Tragödie nicht mehr zu leugnen ist, der WHO die ganze Schuld gibt. Um nur zwei Situationen zu nennen, wie Menschen sich aus Angst und Misstrauen ihre eigene Scheinwelt aufbauen, in der sich alles allein um ihr „Ego“ dreht.

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz. Er trägt die Last menschlicher Schuld. Er trägt den gefallenen Menschen – auch wenn dieser nichts davon wissen will. Während er mühsam Schritt für Schritt den steinigen Weg geht, hält er an seiner Liebe zum Menschen bedingungslos fest. 

Jesus, wir danken Dir. Du hast uns nicht aufgegeben. Das ist unsere Hoffnung, die uns niemand nehmen kann. Das allein lässt uns singen: „Ave crux, spes unica“. Sei gegrüßt, Kreuz, einzige Hoffnung“. Das allein gibt uns die Kraft weiterzugehen mitten durch den Kreuzweg, wo so viele unserer Pläne und Vorstellungen durchkreuzt werden – an Deiner Seite. Richte uns wieder auf, damit wir gut durch diese Zeit kommen und Deine Liebe zu uns wiederentdecken. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Gottes Antlitz brennt sich ein.

Eine Frau hilft. Sie will Jesus Schweiß und Blut vom Gesicht wischen und reicht ihm ein Tuch. Die Legende erzählt, das Gesicht Jesu habe sich in das Tuch eingeprägt. Das ist nicht naturwissenschaftlich zu verstehen. Deswegen ist es uninteressant zu fragen, ob das stimmt oder nicht. Es geht um das Symbol. Die Hände, die Gutes tun, kommen nicht leer zurück. Es ist etwas geschehen, was mit dem Wort „Angesicht“ am besten umschrieben wird. Es ist plötzlich Präsenz spürbar. Da öffnet sich etwas. Aus dem Miteinander schaut uns Jemand an. „Wo Liebe ist, da ist Gott“, heißt es in einem alten Gesang. Die Bibel sagt: „Gott ist Liebe“. Ja, es ist nicht übertrieben: Die Züge von Gottes Antlitz brennen sich in unser Miteinander ein, wenn es von echter Liebe getragen ist.

In wieviel Krankenhäusern auf der ganzen Welt wird schwerkranken Corona-Patienten (und natürlich auch anderen) vom medizinischen Personal der Fieberschweiß vom Gesicht gewischt! Und noch viel mehr… Corona steht für unglaublich viel Leid. Aber auch für eine Art von Nächstenliebe, eine Besinnung auf das Wesentliche in weiten Teilen der Gesellschaft, die man nicht mehr für möglich gehalten hatte. Natürlich sind wir nicht naiv und wissen genau, dass das nicht so bleibt. Und doch: Die Welt geht in die Zukunft nicht nur mit bleibenden Bremsspuren einer wirtschaftlichen Vollbremsung, sondern um eine wesentliche Erfahrung reicher, die sich tief in die Seelen eingebrannt hat. Die Menschheit ist – in weiten Teilen – ein klein bisschen mehr zur Ikone Gottes geworden.

Jesus, das Tuch unserer Nächstenliebe, das wir Dir reichen, ist klein und ziemlich verknittert, hat Risse und Löcher. Aber wir haben kein anderes. Du schaust nicht auf die Perfektion, Du schaust aufs Herz. Präge in unser Miteinander Dein Antlitz ein. Dein Anblick richte die Menschheit wieder auf und schenke ihr neues Leben. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Mittragen

Was derzeit überall an Hilfe geschieht, verdient es, in einer Weltchronik aufgeschrieben zu werden. Es ist zum Teil heldenhaft, unter Einsatz des eigenen Lebens – ohne dass sich die Betroffenen als Helden fühlen würden: Krankenschwestern und Pfleger, Ärzte, Sanitäter, Reinigungskräfte in Krankenhäusern – sie alle stehen an vorderster Front und sind nicht nur ständig dem Stress und dem Elend, das sie sehen, sondern auch der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ausgesetzt. Und nicht zu vergessen die Angestellten in Supermärkten und die vielen Menschen, die für ältere Nachbarn, für obdachlose Mitmenschen und andere Bedürftige da sind.

Es gibt natürlich auch das andere: dass Menschen nur an sich denken – angesichts der Bedrohung erst recht. Die Coronakrise bringt ans Licht, was im Menschen ist. Manche tun ihren Dienst nur, weil sie gezwungen sind. Sie tun es widerwillig, ohne Herz.

Von Simon von Zyrene erfahren wir nicht, mit welcher Haltung er Jesus half, das Kreuz zu tragen. Die Evangelien erzählen nur, dass er dazu gezwungen wurde. Ob er sich gewehrt hatte, ob er es widerwillig tat oder Mitleid für Jesus empfand, wird nicht erzählt. Da er nur zufällig vorbei kam, kannte er Jesus vermutlich nicht. Dennoch ist diese Gestalt durch das Gebet des „Kreuzwegs“ in die Spiritualitätsgeschichte eingegangen und genießt eine gewisse Sympathie als ein Beispiel des Helfens, des Anteilnehmens, wo auch immer Menschen leiden. Diese Gestalt spiegelt wider, dass im Grunde auch Jesu Leiden selbst ein Leiden des Anteilnehmens ist, ein Mitgehen auf dem Leidensweg jedes Menschen dieser Welt.

Jesus, wenn wir an Deinem Leiden Anteil nehmen, nehmen wir an Deiner Liebe Anteil. Lass uns dazu weit offen sein. Lass uns erkennen, was das bedeutet, dass Du an unserem Leben und Leiden Anteil nimmst. Und hilf uns, gestärkt durch Deine Liebe, auch am Leben und Leiden unserer Mitmenschen Anteil zu nehmen, ihnen helfen, ihr Kreuz zu tragen. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Die zarte Geste

In Italien, wo die Corona-Krise besonders schlimm wütet und nicht mehr alle Patienten, die es brauchen, ein Atemgerät bekommen können – womit sie dem sicheren Tod geweiht sind – , wurde eines Tages ein altes Mütterchen mit Covid 19 in die Notaufnahme gebracht. Sie gehörte zu den Schwächsten, die keine Chance mehr bekamen. Der jungen Ärztin Francesca Cortellaro brach es das Herz, die Not des alten Mütterchens zu sehen und nicht helfen zu können. Sie sprach ein paar Worte mit ihr. Die Frau hatte noch einen Wunsch: Sie wollte sich gern von ihrer Enkeltochter verabschieden. Da gab ihr die Ärztin ihr eigenes Handy für eine FaceTime-Verbindung. Mehr konnte sie für das alte Mütterchen nicht tun.

Herzzerreißend. Und doch eine Geste unglaublicher Zartheit vor grausamster Kulisse. Da gibt ein Mensch einen letzten Trost. Wie ein Lichtstrahl aus einer anderen Welt leuchtet dieser kurze Moment in eine dunkle, scheinbar ausweglose Situation.

Das sterbende Mütterchen durfte über Facetime noch sein Enkeltöchterchen sehen. Jesus durfte auf dem Kreuzweg noch seine mit ihm leidende Mutter am Wegrand sehen. Ihre Blicke begegneten sich. Wahrscheinlich nur kurz. Sie wollte ihm nahe sein, so nahe wie möglich, aber umarmen konnte sie ihn vermutlich nicht mehr. Das ließen die Soldaten kaum zu. Ihm nahe sein aus der erzwungenen äußeren Distanz, aber im Herzen ganz bei ihm – gerade jetzt, wo der Trost des himmlischen Vaters überhaupt nicht mehr spürbar ist und die besten Freunde nicht da sind.

Das ist vielleicht der grausamste Aspekt in der Corona-Krise: die Einsamkeit der Schwerstkranken auf den Intensivstationen. Ihre Liebsten möchten ihnen nahe sein – und können nicht. Die Kranken sehnen sich nach einer tröstenden Hand – vielleicht auch nach den Sakramenten als Zeichen der Nähe Gottes – und es ist niemand da. Nur das vermummte und völlig überlastete Krankenhauspersonal, das einem wegen des Mundschutzes noch nicht einmal zulächeln kann. Kann es in einer solchen Situation Trost geben? Vielleicht sind es ganz kurze, unglaublich zarte Momente. Ein warmer Blick. Ein Streicheln über die Stirn, wenn auch durch das Gummi der Schutzhandschuhe hindurch. Aber es gibt auch noch etwas anderes….

Jesus, Du hast uns gezeigt, dass Leben nicht nur das ist, was wir sehen, hören und berühren. Es gibt eine Innenseite, die keine Grenzen kennt. Es ist die Innenseite der Liebe. Auf dieser tiefen Ebene warst Du dem Lazarus in seinem Grab nahe und schenktest ihm Leben, obwohl er schon vier Tage tot war und ein schwerer Grabstein Dich von ihm trennte. Stärke unser Vertrauen in diese Art von Nähe. Lass unser Beten für die Sterbenden die Hand sein, die sie hält, die Umarmung, die sie tröstet, das Lächeln, das sie aufrichtet. Sei Du ihnen nahe, lass sie nicht verzweifeln und, wenn ihre Stunde gekommen ist, trage sie in Deiner unendlichen Liebe sanft zu Dir heim, wo ihr Herz Ruhe und ewige Freude findet. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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An-fällig

In den Industrieländern waren wir berauscht von Wachstum und Erfolg, von Geld und Machbarkeit. Wir wussten zwar, dass dieses System anfällig ist, wir wussten um Bedrohungen wie den Klimawandel oder Computerviren, die alles lahmlegen können. Aber das alles war weit weg oder schien zumindest beherrschbar. Wir wussten auch, dass wir krank werden können und sterben werden. Aber auch das war weit weg, es ließ sich gut verdrängen – für die meisten.

Doch niemand – außer ein paar Virologen (aber auch die nur in der Theorie) – sah, was nicht zu sehen war. Selbst als der Virentsunami längst auf Europa zurollte, ahnte kaum jemand die unsichtbare Riesenwelle. Es war jenseits unserer Vorstellung, dass eine globale Katastrophe dieser Art uns zu Fall bringen könnte.

Unfassbar: Ein unvorstellbar kleines Etwas bringt die Welt zu Fall. Vielleicht war es beim biblischen Sündenfall ähnlich. Wann und wie auch immer das war (die Bibel erzählt es in Bildern) – und es geschieht immer wieder: Der Mensch kam zu Fall, als er das Vertrauen verweigerte, obwohl er bereits über die nötige innere Freiheit verfügte, um sich zum Vertrauen zu entscheiden. Er verlor das Grundvertrauen ins Leben, das Grundvertrauen auf Gott, das Grundvertrauen in das, was Gott in sein Herz gelegt hatte, und folglich auch das immer wieder neue Wagnis, dem Nächsten zu vertrauen. Die Verweigerung von Grundvertrauen schafft eine negative Atmosphäre, die sich wie ein Virus über die ganze Welt und über viele Generationen ausbreitet. Dieses Virus bleibt, und der Mensch bringt es nicht mehr unter Kontrolle. Das Herz des Menschen wird verfremdet, es beginnt etwas zu erzeugen, was eigentlich nicht zu ihm gehört. Und aus einem unvorstellbar kleinen Etwas, einer Verweigerung des Guten, einem Virus der Unmenschlichkeit, entsteht im Schneeballeffekt – oder im exponentiellen Wachstum – eine Riesenlast, die niemand mehr der Welt abnehmen kann.

Das Kreuz symbolisiert diese Last. Jesus trägt sie. Gott selbst trägt sie. Gottes Liebe verweigert sich dem Menschen nicht – trotz aller Verweigerung des Menschen. Und diese göttliche Liebe hat als einzige Kraft das Potenzial, die Welt zu erlösen. In Jesus ist diese Liebe sichtbar und greifbar. Er verweigert sie nicht deswegen, weil er ein „Superman“ wäre, sondern weil in ihm Gott selbst mit uns geht. Er trägt die Last sehr menschlich, er ist kein „Superman“: Er fällt. Sein Körper fällt. Aber sein Herz bleibt uns weiter zugewandt und schenkt uns seine ganze Liebe – auch dann, wenn ein kleines Virus uns zu besiegen scheint und unser Leben in sich zusammen zu fallen droht.

Jesus, du gehst mit uns. In der Not fällt es uns schwer zu vertrauen. Wir fühlen uns, als würde uns der Boden unter den Füßen weggezogen. Dir ging es ähnlich… Du weißt, was das bedeutet. Wir sagen oft, wenn es uns zu schwer wird: „Ich will nicht mehr!“ Du gehst Schritt für Schritt weiter. Berge unser Nein in Deinem Ja, nimm uns mit auf Deinem Weg der Liebe und richte uns wieder auf. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Das Kreuz schultern

Man kann wohl sagen: Die Corona-Krise ist ein globales Kreuz. Ein Land nach dem anderen muss es auf sich nehmen und über lange Zeit einen äußerst schweren Weg gehen. Ein angesteckter Mensch nach dem anderen muss es auf sich nehmen. Für die, die nur leichte Symptome haben, ist es leicht. Aber wer schwere Symptome hat, hängt am seidenen Faden. Wie geht ein Mensch damit um?

Sicher bleibt nichts anderes übrig, als es auf sich zu nehmen. Die meisten haben gar keine Zeit, groß darüber nachzudenken, mit welcher Haltung sie dies tun. Es wird im wesentlichen die Haltung sein, mit der sie auch sonst schwere Situationen auf sich genommen haben – oder auch nicht. Die einen machen sich innerlich auf den Weg, die anderen verzweifeln. Oft aber erhält der Mensch in solchen Situationen eine unerwartete Kraft, über die er selber staunt.

Auch Jesus hat das Kreuz auf sich genommen mit der Haltung, mit der er sein ganzes Leben gelebt hat: mit der Haltung der Liebe. In dieser Haltung beginnt er nun die letzte Wegstrecke seines Lebens. Diese Liebe wird er nicht mehr aufgeben. Sie gibt seinem letzten Weg Sinn, Richtung, Ausblick. Sie wird zum höchsten Dienst an den Menschen. An der Seite der Leidenden geht er seinen Weg – auch an der Seite der Corona-Leidenden.

Jesus, geh mit uns diesen schweren Weg. Hilf uns, Medikamente und Impfungen zu finden, aber auch eine innere Haltung, die Deiner Liebe antwortet: die Haltung des Vertrauens. Gerade in dieser Not wird das Vertrauen uns neue Kraft geben und den Verantwortlichen die nötige Klarheit, die sie brauchen, damit ihre Forschung erfolgreich sei. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Wer ist schuld?

Wenn Unglücke geschehen, löst dies in uns Menschen nach der ersten Schockstarre bald den Reflex aus, nach Schuldigen zu suchen. Wir wollen aus dem, was passiert ist, für die Zukunft lernen, damit so etwas nicht wieder passiert oder zumindest weniger schlimm ausfällt. Solange das Motiv wirklich die Suche nach dem Auslöser und nach einer sinnvollen Lösung ist, ist es soweit in Ordnung. Dann behält die Angst ihre ursprüngliche Funktion: Leben zu erhalten. Dann wäre es einfach eine nüchterne Analyse des Geschehens, durch die man für die Zukunft lernen kann.

Auch bei der Corona-Krise ist es so. Natürlich weiß jeder, dass niemand an der Existenz eines Virus schuldig sein kann. Aber die Krise hat viele Aspekte, bei denen nach echter oder vermeintlicher Schuld gefragt werden kann und auch gefragt wird: „Wie konnte es so weit kommen? Sind die Chinesen schuld, weil sie bei allem Drill und aller Überwachung es nicht fertigbringen, den Handel mit Wildtieren zu unterbinden – und damit die ganze Welt in den Abgrund stürzen? Sind es die Skiurlauber schuld, dass Europa so stark betroffen wurde und dem Virus als zusätzliches Sprungbrett in die weite Welt diente? Oder sind es die europäischen Verantwortlichen schuld, die die unsichtbare Welle,  die wie ein tödlicher Riesen-Tsunami von Osten gen Westen rollte, nicht erkannten?

Schnell droht solches Fragen zu kippen und sich zu verselbständigen, erst recht, wenn wir persönlich zunehmend betroffen sind: „Ist es der böse Nachbar schuld, der nicht genug aufgepasst hat, so dass ich jetzt krank bin?“ Dann geht es nicht mehr um nüchterne Analyse, sondern um blinde Wut. Wir nutzen die Suche nach dem Sündenbock als Ventil, weil wir es nicht ertragen, dass ein Unglück auch ohne nennenswerte menschliche Schuld geschehen kann bzw. die Größe möglicher Schuld in keinem wirklichen Verhältnis steht zur Tragweite des Unglücks. Wir bekämpfen dann nicht mehr den Erreger, sondern den Menschen, machen ihn sozusagen zum „Virus“. Dann kann es sein, dass plötzlich ein Mensch mit asiatischer Herkunft im Zug angepöbelt wird. Oder Schlimmeres.

Und auf religiöser Seite? Da fragen wir schnell: „Wie kann Gott das zulassen?“ Und stellen ihn an den Pranger. Gott – ein „Killervirus“? Und weil dieser Gedanke noch unerträglicher ist und psychisch töten kann, machen wir Gott gleich zu einem Nichts, schweigen ihn tot – und denken ihn irgendwann auch tot, indem wir unseren Sinn für Transzendenz abtöten.

Wie ging es Jesus? Schuldlos steht er vor Pilatus und wird verurteilt. Was ist geschehen? Für welches Unglück muss er geradestehen? Selbst Pilatus, der ihn verurteilt, muss eingestehen, dass er keine Schuld bei ihm erkennt. Es gab noch nicht einmal ein Unglück! Es gab nur immer wieder Aufstände gegen die römische Besatzung. Davor hatten die Verantwortlichen panische Angst, weil sie die Konsequenzen durch den Kaiser fürchteten. „Lieber den Aufstand im Keim ersticken, als dass es nachher zu spät ist!“ 

Und auf religiöser Seite? Jesu Auslegung des jüdischen Gesetzes, sein liebevoller Umgang mit ausgestoßenen Menschen und vor allem sein Selbstverständnis, wenn er Gott seinen „Vater“ nennt und sich von ihm geliebt und gesandt weiß, irritiert viele in der religiösen Oberschicht. „Will der eine neue Religion schaffen? Stellt er sich über unser heiliges Gesetz?“ Neid spielt auch eine Rolle: „Wie schafft es dieser Kerl, so gut beim Volk anzukommen – im Gegensatz zu uns? Und wie bringt er es fertig, so viele Kranke zu heilen? Aber warum ausgerechnet am heiligen Sabbat, wenn die Woche 7 Tage hat?“ Und auch bei ihnen entsteht das Unglück in den Köpfen.

Jesus wird zum Tod verurteilt. Es scheint ihn nicht zu wundern. Er sagt zwar kurz noch einmal, was er zu sagen hat, lässt sich aber nicht auf weitere Diskussionen ein. Mit Menschen, die einem jedes Wort im Mund umdrehen, bringt eine Diskussion nichts. Sie werden ihre Pläne doch durchsetzen.

Aber er ist auch nicht einfach passiv. Er nimmt sein Schicksal aus freiem Herzen auf sich, solidarisiert sich mit allen Verurteilten der Welt, ist jedem verurteilten Menschen nahe. Aber nicht nur den schuldlos Verurteilten! Nein, auch den schuldig Verurteilten! Es geht ihm zuerst um den Menschen. Und in dieser bitteren Zeit müssen wir an eine weitere Gruppe denken: an die vielen Menschen, die als dem Tod Geweihte aus der „Triage“ kommen und nun vom Corona-Virus langsam erstickt werden. Sie müssen sich auch wie Verurteilte fühlen – auch wenn niemand sie verurteilen will -, weil sie die Voraussetzungen nicht mehr erfüllten, um noch einmal auf die Seite des Lebens zu kommen. Allen diesen Menschen ist der zum Tod verurteilte Jesus mit seiner unendlichen göttlichen Liebe nahe. In seinen Augen ist der Mensch immer zuerst ein unendlich Geliebter. Und er weiß, dass allein diese unendliche Liebe den Menschen erlösen kann – wenn der Mensch sie annimmt. Aber auch wenn er sie nicht annimmt, gilt sie ihm weiter – und wartet. Das lebt Jesus – mit Leib und Seele, mit seiner ganzen Person. Und steht zu dem, was er lebt und vertritt. Er steht dazu, mit göttlicher Souveränität, vor dem Richter dieser Welt. Er nimmt alle Schuld und alles Verurteilt-Sein der Menschen auf sich. Als verkörperte Liebe Gottes, als Mensch gewordener Gott – und als „Sündenbock“ in den Augen der Menschen – steht er vor Gericht.

Barmherziger Gott, erhalte uns einen nüchternen und liebevollen Blick. Hilf uns, gemeinsam die Herausforderung zu bestehen, so gut wir können. Festige unser Herz in der Demut, die die Realität annimmt. Aber schau, der Druck ist riesig. Hab Erbarmen mit uns, Du siehst, wie wir uns abplagen. Schenke uns Trost, innere Kraft und die nötige Inspiration. Vor allem: Lass uns gestärkt aus diesem globalen Reset hervorgehen – vielleicht auch menschlicher. Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.  

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Kreuzweg

Dieser musikalische Kreuzweg von Franz Liszt kann uns in der schweren Corona-Zeit Trost geben und uns helfen, den Weg an der Seite Jesu zu gehen, der uns in unendlicher Liebe begleitet. Mit Jesus werden wir aus jeder Krise gestärkt hervorgehen. Auch aus dieser. Und das, ohne die letzte, die „endgültige“ auszuklammern: den Tod – der leider für sehr viele in dieser Corona-Zeit zur knallharten Realität wird.

Die Bilder des Kreuzwegs, die wir von jetzt an bis Ostern jeden Tag Station für Station ins Netz stellen mit einem kleinen Impuls und Gebet stammen aus unserem Kreuzweg im Klostergarten.

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Gebetsanliegen für April 2020

Unser besonderes Anliegen:

Für alle Menschen, die unter der Corona-Krise leiden.
Für die Kranken, die einsam Sterbenden, die Verstorbenen
Für die Hinterbliebenen

Für die Kinder und für die besonders Gefährdeten
Für die Obdachlosen
Für die Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger
Für die Einsamen und für die, die Angst haben
Für die, die wirtschaftlich vor dem Nichts stehen

Für die in Forschung und Politik Verantwortlichen

Besonderes Gebetsanliegen des Papstes:

Universal – Freiheit von Suchterkrankungen:
Wir beten dafür, dass jene, die unter Suchterkrankungen leiden, Hilfe und Beistand bekommen.

Besonderes Gebetsanliegen unseres Bischofs:

Für alle Menschen, die niedergeschlagen sind und Sorgen haben, die unter Depressionen leiden und in Trauer sind: um österliche Freude.

Für die Christen in den unterschiedlichen Konfessionen, die durch die eine Taufe in dem einen Herrn miteinander verbunden sind: um sichtbare Einheit im Glauben.

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Corona-Läuten

Aufruf unseres Bischofs:

„Hiermit rufe ich auf, dem gemeinsamen Wort der Kirchen zur Corona-Krise Folge zu leisten und jeden Sonntagabend um 19.30 Uhr, ebenso am Gründonnerstag und ausnahmsweise (!) auch am Karfreitag Abend um 19.30 Uhr, sowie an Ostern um 10.30 Uhr die Glocken zu läuten als Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen, aber auch als Aufruf zum Gebet, besonders für die Erkrankten und die Pflegenden. Wo möglich kann dieses Läuten jeden Abend geschehen. Vielerorts geschieht dies bereits jetzt in Verbindung mit dem Anzünden einer Kerze im Fenster.“

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Beten in Corona-Zeiten

Gebet unseres Bischofs:

Jesus, unser Gott und Heiland, in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir und bitten Dich:

Für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind; 
für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben; 
für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern; 
für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und weltweit, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen; 
für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen; 
für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen; 
für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;  für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren; 
für die Menschen, die am Virus verstorben sind,
und für diejenigen, die im Dienst an den Kranken ihr Leben gelassen haben.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht, hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen. Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen. Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben.

Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.

Wir stehen in der Fastenzeit. In diesem Jahr werden uns Verzichte auferlegt, die wir uns nicht freiwillig vorgenommen haben und die unsere Lebensgewohnheiten schmerzlich unterbrechen.

Gott, unser Herr, wir bitten Dich: Gib, dass auch diese Fastenzeit uns die Gnade schenkt, unseren Glauben zu vertiefen und unser christliches Zeugnis zu erneuern, indem wir die Widrigkeiten und Herausforderungen, die uns begegnen, annehmen und uns mit allen Menschen verstehen als Kinder unseres gemeinsamen Vaters im Himmel.

Sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.

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Corona

In den Medien wird fast nur noch davon berichtet. Sehr verständlich, denn es gibt kaum ein anderes Thema, das die Menschen zur Zeit mehr beschäftigt.

Aber welche Aspekte der Corona-Krise stehen im Vordergrund? In erster Linie natürlich die medizinischen. Das gehört zur Natur der Sache. Dann geht es um Schul- und Kitaschließungen, Kinderbetreuung, mögliche Ausganssperren, wirtschaftliche Schäden und Rettungsschirme, Verbote und Empfehlungen (darunter auch viel Kreatives und Witziges aus den verschiedenen Ländern), Anleitungen zum Händewaschen und Husten, ganz viel auch um Zahlen und natürlich ist es Thema Nr. 1 bei jeder Talkshow (mittlerweile ohne Zuschauer vor Ort),…

Ein Thema scheint dabei etwas unterbelichtet zu sein: die psychischen Folgen für sehr viele Menschen. Zwar redet man viel davon, dass man die alten Menschen vor dem Virus schützen soll, aber wenig davon, wie diese Menschen damit klarkommen, dass sie plötzlich noch einsamer sind als sonst. Menschen mit Behinderung rufen uns im Kloster an und drehen fast durch bei dem bloßen Gedanken an eine drohende Quarantäne oder Ausgangssperre. Wie fühlt sich etwa ein Mensch mit Depressionen oder einem Herz- Kreislaufleiden, der für sein Wohlbefinden auf tägliches Spazierengehen angewiesen ist und es nicht mehr darf? Hierzulande darf man das zum Glück noch (wenn man nicht in Quarantäne ist), aber schon der Spielplatz für die Kinder ist tabu. Wann werden die Parkbänke und Promenaden für die Senioren tabu sein? In vielen Ländern ist das längst so. Mit Hund darf man’s aber noch. Deswegen haben clevere Leute in Spanien angefangen, Hunde zu vermieten, und besonders Mutige verkleiden sich als „Tyrannosaurus Rex“ und laufen so durch die Straßen. (Für diese „Haustiere“ sei die Gesetzgebung noch nicht geregelt.)

Die Italiener haben ihre eigenen Lösungen gefunden: Sie funktionieren kurzerhand ihre Balkone zu Konzertbühnen und Tribünen um und lassen ihren Gesang mit Instrumenten durch die Gassen erschallen. Sehr schön – aber das wird man auch nicht ständig tun können. Irgendwann beschweren sich die Nachbarn.

Spaß beiseite – für depressive und ohnehin einsame Menschen ist das ein Riesenproblem. Unter ihnen sind sehr viele Singles. Versuchen wir die geschenkte Zeit dafür zu nutzen, um täglich mindestens eine ältere oder behinderte Person anzurufen und mit ihr zu plaudern, und natürlich, wenn man die Möglichkeit dazu hat, ihr anzubieten, für sie einzukaufen. Spannen wir einen großen Schirm der Solidarität im Gebet und in der tätigen Fürsorge über sie aus!

Hinweis:

Wer nicht auf die tägliche hl. Messe verzichten will, findet im Internet unzählige Angebote zum Mitfeiern. Bei Vatican News wird täglich die 7 Uhr-Messe mit Papst Franziskus in Santa Marta im Vatikan übertragen (mit deutscher Übersetzung).

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Von der Quadragesima in die Quarantäne

Was für eine Fastenzeit!

Die Quadragesima 2020 wird zur Quarantäne

für die halbe Welt.

Corona beschleunigt ihren Lauf, die Welt entschleunigt

und hofft, mit ihrer Entschleunigung

Corona wiederum entschleunigen zu können.

Was für ein Kampf!

Für nicht wenige ein Duell zwischen Tod und Leben.

Wir Schwestern sind zum Glück noch alle gesund.

Keine Frage, die Klausur schützt.

Andererseits: Das Virus wird nicht anklopfen.

Wenn wir es bemerken, wird es längst drin sein

in unseren Zellen.

Eingeschlichen durch wen auch immer.

Und dann sind wir selber mitten im Duell,

im Nu gekrönt mit einem Update unseres inneren Virenschutzes

– oder mit dem Tod.

Wir sitzen alle in einem Boot, ob drinnen oder draußen.

Doch nicht alleine.

Der das Duell zwischen Tod und Leben

längst gewonnen hat,

ist dabei.

Schläft er gerade?

„Fürchtet euch nicht!“

rief er einst zwischen der sich verflüchtigenden Gischt

und ruft es heute

zwischen Mundschutz, Atemgeräten, dem unsichtbaren Feind

und dem Singen der Menschen auf Balkonen und Terassen,

das zum Echo für diesen Ruf wird.

Unseren Dienst der Stellvertretung vor Gott

begreifen wir mehr denn je,

feiern jetzt stellvertretend für alle Eucharistie. 

Und beten besonders für die Kranken, Sterbenden und Toten,

für die Bangenden, Hinterbliebenen und Einsamen,

für die, die für ganze Völker entscheiden müssen,

oder die an vorderster Front gegen das Virus kämpfen:

Krankenschwestern, Ärzte, Virologen…

Gott segne sie alle!

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Liturgie in Corona-Zeiten

Vorerst können wir unsere Liturgie wegen der Corona-Krise leider nur hinter verschlossenen Türen feiern. Für das Gebet gibt es aber keine Türen und Mauern. Wir nehmen Euch alle im Geist in unser liturgisches Beten mit, besonders während der Kar- und Ostertage, laden Euch ein, viel geschenkte Zeit zum Mitbeten zu nutzen und weisen hin auf unzählige Online-Angebote, z.B. das Mitfeiern im Trierer Dom oder viele andere live-Angebote, die Ihr hier finden könnt.

In diesen schweren Zeiten können wir manches wiederentdecken, etwa den Geist der Communio, der an Grenzen von Raum und Zeit nicht halt macht. Communio durch Abstand halten – klingt paradox, geht aber. (Kontemplative Klöster haben das immer gewusst, dass es da auch einen Innenraum gibt, der keine Grenzen kennt.) Es ist eine Art spirituelles Internet, von dem das virtuelle Internet nur ein schwaches Gleichnis ist – aber natürlich ein Segen, dass es auch dieses gibt, gerade jetzt. Nur: Eine einsam Sterbende Person kann nicht „eben mal ins Internet“…

Durch unser Gebet können selbst die einsam Sterbenden, die zur Zeit von keiner Hand gehalten werden, von unsichtbarer Hand mitgetragen sein. Nutzen wir diese Chance und lassen sie nicht allein! Das reale Internet ist nur ein schwaches Gleichnis für diese unsichtbare Wirklichkeit, die kein Virus zerstören kann – weder ein virtuelles noch ein medizinisches.

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Gottesdienstzeiten an Ostern


Kreuz Karwoche und Ostern 2020

In diesem Jahr wegen der Corona-Krise leider nicht öffentlich. Wir nehmen Euch alle im Geist in unser Feiern der Kar- und Ostertage mit, weisen aber auch hin auf unzählige Online-Angebote, z.B. das Mitfeiern im Trierer Dom oder viele andere live-Angebote, die Sie hier finden können.
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Gründonnerstag

Feier vom Letzten Abendmahl –.17.00 h

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Karfreitag

Karfreitagsliturgie – 15.00 h

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Karsamstag
….

Osternachtfeier –.20.30 h

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OSTERSONNTAG

Osterhochamt –.8.00 h

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Ostermontag
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Hl. Messe:8.00 h

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Gebetsanliegen für März 2020

Besonderes Anliegen des Papstes:

Evangelisation – Katholiken in China: Wir beten dafür, dass die Kirche in China an ihrer Treue zum Evangelium festhält und immer mehr zusammenwächst.

Besondere Anliegen unseres Bischofs:

Für alle Katechetinnen und Katecheten und für die Kinder und Erwachsenen, die sie auf den Empfang der Taufe, der Firmung und der Erstkommunion vorbereiten.

Für alle Kinder, Frauen und Männer, die einen liturgischen Dienst übernommen haben und so mithelfen, Gottesdienst zu feiern und Gemeinde aufzubauen.

Unsere besonderen Anliegen:

Für die vielen flüchtenden Menschen, Frauen, Männer Kinder, die sich auf den Weg nach Europa machen, für alle, die ihnen helfen wollen, und dass endlich Friede werde in den chronischen Kriegsgebieten dieser Erde.

Für unsere Verstorbenen. Am 3. März, dem 1. Jahrgedächtnis unseres verstorbenen Hausgeistlichen Dr. Engelbert Felten gedenken wir besonders seiner im Gebet.

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